Viersen: Der Hockeypark bringt der Stadt 15 Millionen

Viersen: Der Hockeypark bringt der Stadt 15 Millionen

Die Hochschule hat untersucht, welche wirtschaftlichen Effekte die Konzerte haben. Viele Besucher kommen von weit her und zum ersten Mal nach Gladbach. Am meisten profitieren davon hiesige Firmen.

Mit Hardrockern beschäftigt sich der gemeine Wirtschaftswissenschaftler von Hause aus selten. Der Korschenbroicher Student Jochen Hochstein hat dies sogar in seiner Bachelor-Arbeit getan und dabei Erkenntnisse gewonnen, die nicht nur sein Professor, Rüdiger Hamm von der Hochschule Niederrhein, interessant findet: Mit Interviews und aufwendigen Auswertungen hat Hochstein versucht, den wirtschaftlichen Effekt zu beziffern, den das Guns'N'Roses-Konzert im Hockeypark gehabt hat. Wenn man die Ausgaben der Besucher und die Vorleistungen, Investitionen und betrieblichen Ausgaben des Veranstalters zusammenrechnet, kommt man auf 2,2 Millionen Euro — für ein einziges Konzert.

Knapp 700 der 16 500 Besucher hat Hochstein dazu am 8. Juni 2012 im Hockeypark befragt. Nur rund ein Drittel kam aus dem Postleitzahlbereich 4, der Rest verteilte sich fast gleichmäßig über alle Regionen Deutschlands, 12 kamen gar aus dem Ausland nach Mönchengladbach. Rund zwei Drittel waren nie zuvor in der Stadt gewesen. Der überwiegende Teil beurteilte Gladbach nachher positiv. "Im Sinne des Stadtmarketings haben die Konzerte eine große Bedeutung. Sie sorgen dafür, dass Auswärtige mit Mönchengladbach mehr verbinden als ausschließlich Fußball", so Hamm. Er betont zudem den Effekt des so genannten "psychischen Einkommens" für die Mönchengladbacher selbst. Die sind auf ihre Stadt stolz, wenn Weltstars in ihre Heimatstadt kommen. Rund 1,1 Millionen Euro haben die Konzertbesucher in Mönchengladbach gelassen, hat Hochstein aus seinen Befragungen hochgerechnet. Dazu kommt noch das Geld, das der Veranstalter aufwenden muss, um ein solches Konzert zu ermöglichen. Michael Hilgers, Geschäftsführer des Hockeyparks, hat den Studenten in seine Bücher schauen lassen. 935 000 Euro musste Hilgers aufbringen für Gage, Technik, Sicherheit und Personal.

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Dazu hat Hochstein anteilig die Kosten für Miete, Energie, Personal und Versicherungen gerechnet, die Hilgers pro Jahr insgesamt ausgibt. Das sind weitere 138 000 Euro. Alle drei Zahlen zusammengenommen kommt Hochstein auf einen so genannten wirtschaftlichen Primäreffekt von 2,2 Millionen Euro. Der Großteil des Geldes bleibt in Mönchengladbach. Zum Abschluss seiner Arbeit hat er noch das Ergebnis des Beispiels Guns N'Roses auf das gesamte Konzertjahr im Hockeypark umgelegt. Demnach liegt der regionalwirtschaftliche Effekt zwischen 11,4 und 15,8 Millionen Euro.

Für Professor Hamm ist die Summe für eine Stadt der Größenordnung Mönchengladbachs beträchtlich. "Gestärkt werden Gastronomie und Einzelhandel, aber auch der regionale Wirtschaftskreislauf insgesamt und die Steuereinnahmen", so Hamm. Michael Hilgers hat nicht nur dieses Ergebnis sehr gefreut. Eine Umfrage unter Passanten, die ebenfalls Bestandteil der Arbeit war, ergab, dass fast 95 Prozent den Hockeypark als Veranstaltungsstätte sehr gut oder gut finden.

(RP/ac)
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