Kreis Viersen: 960 Euro Strafe für dreisten Schwarzfahrer

Kreis Viersen: 960 Euro Strafe für dreisten Schwarzfahrer

In acht Wochen ist der Angeklagte (26) im Regionalexpress Hamm-Venlo sage und schreibe fünfmal als Schwarzfahrer aufgefallen. So sei das nicht gewesen, widersprach der 26-Jährige jetzt im Gerichtssaal. Zwar sei er vor zwei Jahren tatsächlich ohne gültigen Fahrausweis in die Bahn gestiegen, "weil ich Arbeit in Venlo" hatte.

Aber schuld sei doch der Fahrkartenautomat gewesen: "Der war defekt und wollte meinen Hundert-Euroschein partout nicht wechseln". Das habe er den Zugschaffnern mitgeteilt, verteidigte sich der junge Mann auf der Anklagebank. Anfang April 2008 wurde er im Zug bereits von einem Polizeibeamten kontrolliert. Dabei ging es hauptsächlich um Drogenkontrollen, weil im Express nach Venlo oft Junkies unterwegs sind.

Diesem Polizisten hatte der 26-Jährige erklärt, er habe bereits dem Zugschaffner die Geschichte mit dem defekten Automaten und dem Hundert-Euroschein erzählt. Doch der Schwarzfahrer hatte Pech. Der Zugschaffner entlarvte diese Mitteilung als Ausrede.

Weil der Angeklagte zögernd und nur "in wenigen Fällen" die Vorwürfe des Staatsanwalts zugab, mussten sich nun mehrere Zugbegleiter im Gerichtssaal an den Gast ohne gültigen Fahrausweis erinnern. Tatsächlich stand in den Anzeigen, die die Schaffner damals gegen den Schwarzfahrer geschrieben hatten, nichts von einem defekten Fahrkartenautomaten. Außerdem war der 26-Jährige ein paarmal mit einem beschädigten und unlesbaren Ticket aufgefallen. Das musste er abgeben. Eine Manipulation von elektronischen Tickets konnte ihm das Gericht nicht nachweisen.

Am Ende wurde der Arbeitslose wegen "Erschleichens von Leistungen" in fünf Fällen vom Gericht zu einer Geldstrafe von 960 Euro (120 Tagessätze zu je 8 Euro) verurteilt. Bereits als Jugendlicher war er ohne gültigen Fahrausweis in den Zug gestiegen und bestraft worden. Die saftige Geldstrafe kann er in Raten zahlen.

(RP)