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St. Tönis: Noch immer keine Gastronomie im Mertenshof

Mittlerweile ein Fall fürs Gericht : Keine Gäste im Restaurant des Mertenshofs in St. Tönis

Auch mehr als ein Jahr nach Ende der Renovierungs- und Umbauarbeiten steht der Raum für die Gastronomie im St. Töniser Mertenshof immer noch leer.

Hübsch sieht er aus, der Gastraum am Pastorswall, der zur Hofanlage Mertens gehört. Der Boden ist mit neuen, stilvollen grauen Steinplatten gefliest, die Wände sind teils aus roten Backsteinen, teils verputzt. Auch die großen Fenster und die Türen sind neu. Viel Licht fällt in den fast 200 Quadratmeter großen Gastraum, in dem bis Oktober 2013 gut gegessen und gerne gefeiert wurde.

Dann aber stand der gesamte Mertenshof lange leer und wurde 2016 schließlich verkauft. Aus dem ehemaligen Hotel im historischen Gebäudeteil und der Remise, die die Stadt für die Altenarbeit gemietet hatte, wurden kleine Seniorenwohnungen und aus dem großen Saal über der Gastronomie wurden große Luxuswohnungen. Auch der Gastraum wurde umgebaut, kernsaniert und mit moderner Technik und modernem Brandschutz ausgestattet.

Im September 2018 waren alle Arbeiten abgeschlossen, und das Restaurant im Erdgeschoss hätte neu eröffnet werden können. Mit Vlado Vukovic, Betreiber der St. Töniser Lokale „Zur Linde“ und „Bayernstube“, war auch schon ein Pächter gefunden. Tatsächlich aber herrscht seit nunmehr fast eineinhalb Jahren gähnende Leere in der Gaststube. Keine Theke, keine Tische, keine Stühle und keine Gäste finden sich ein. Der frisch sanierte Raum ist völlig ungenutzt.

Warum das so ist, will öffentlich niemand sagen. Dem Vernehmen nach ist das Thema „Gastronomie im Mertenshof“ aber mittlerweile vor Gericht gelandet. Demnach seien zunächst 39 Plätze für die Gastronomie beantragt worden, um über ein vereinfachtes Verfahren die Baugenehmigung zu beschleunigen. Eigentlich bietet der Raum aber Platz für 80 Gäste plus Außengastronomie. Mit 39 Plätzen sei das Restaurant auch nicht wirtschaftlich zu betreiben, heißt es, deshalb habe der Eigentümer während der Umbauphase die Erweiterung der Kapazitäten beantragen wollen.

Das ist aber wohl bis heute nicht geschehen, wie eine Nachfrage beim Kreis ergab. Vlado Vukovic will sich dazu nicht äußern, aber es ist offensichtlich, dass er kein Interesse an einer so kleinen Gastronomie hat. Weil es aber schon einen unterschrieben Vertrag zwischen dem Besitzer und dem Pächter gibt, ist die Causa Mertenshof nun also vor Gericht gelandet. Ob und wann im Mertenshof wieder ein Restaurant eröffnet wird, steht in den Sternen.