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Vorst: Bis zum Frühjahr 2021 sollen an der Kuhstraße in Vorst 21 Wohnungen und ein Pfarrbüro gebaut werden

Grundsteinlegung an der Kuhstraße : Mehr Wohnraum im Vorster Ortskern

Bis zum Frühjahr 2021 sollen an der Kuhstraße in Vorst 21 Wohnungen und ein Pfarrbüro gebaut werden. Gestern lud die Bauherrengemeinschaft aus GWG Kreis Viersen und Pfarre St. Godehard zur Grundsteinlegung ein.

Von einem „harmonischen Ensemble“, zu dem sich Neubau und Bestand vereinen werden, sprach Architekt Martin Kleinheyer bei der Grundsteinlegung zu einem ungewöhnlichen Bauvorhaben. Erstmals haben die katholische Kirchengemeinde St. Godehard Vorst und die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Kreis Viersen (GWG) ein gemeinsames Bauprojekt gewagt: Bis zum Frühjahr 2021 sollen auf dem Kirchengelände an der Kuhstraße 21 Wohnungen errichtet werden.

17 der 21 Wohnungen sind Zwei-Zimmer-Wohnungen, die die große Nachfrage an Ein- und Zwei-Personen-Haushalten auffangen sollen. 16 davon sind barrierefrei, eine Wohnung ist geeignet zur uneingeschränkten Nutzung mit dem Rollstuhl. Neun der Wohnungen sind zudem öffentlich gefördert und für Mieter mit Wohnberechtigungsschein gedacht. Das ehemalige Pfarrhaus, das in den Neubau integriert wird, wird so umgebaut, dass vier große Drei-Zimmer-Wohnungen darin Platz finden.

„Wir haben einen besonders hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum im Kreis“, sagte Landrat Andreas Coenen bei der Grundsteinlegung. Es sei schön, dass GWG und Kirche als Bauherren der sozialen Verantwortung nachkämen und diesem Bedarf in Vorst Rechnung trügen. Es sei keine einfache Aufgabe gewesen, auf der begrenzten Fläche Wohnraum zu planen, aber den Architekten Kempen und Kleinheyer sei das gut gelungen, lobte der Landrat.

Martin Kleinheyer berichtete, wie er vor sieben Jahren mit seiner Frau durch Vorst gegangen sei und sich gewundert habe, warum ein so großes Grundstück im Ortskern brach liege. „Auf Eigeninitiative haben wir einen Bau geplant und der Kirchengemeinde vorgestellt“, erzählt der Architekt. Die Idee sei gut angekommen, aber erst 2015 habe sich mit der GWG ein Investor gefunden. Warum es dann noch einmal drei Jahre gedauert hat, bis die zuständigen Gremien und Behörden in der Stadt Tönisvorst und beim Kreis Viersen die Baugenehmigung erteilt haben, dazu sagte der Architekt nichts, sondern konzentrierte sich auf die Vorstellung des Neubauprojekts.

So soll entlang der Kuhstraße ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen und dem neuen Pfarrbüro entstehen. „Durch die Gestaltung und die Materialwahl wird sich der Neubau harmonisch ins Ortsbild einfügen. Maß der Dinge ist das benachbarte historische Gebäude Kuhstraße 9. Traufe und Firsthöhe werden übernommen“, führte Kleinheyer aus. Im hinteren Bereich werde ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen an das vorhandene Pfarrhaus angebaut. „In der Mitte der Baukörper entsteht ein begrünter Innenbereich, wie bei vielen Höfen am Niederrhein üblich“, sagte der Architekt.

Insgesamt ist das Grundstück der Kirchengemeinde St. Godehard 2093 Quadratmeter groß. Erschlossen werden die Wohnungen in den Neubauten durch einen Aufzug. Sieben Wohnungen sind zudem über ein Treppenhaus erreichbar, neun über eine Außentreppe und einen Laubengang. Im Vorfeld hatte es bei den Anwohnern Sorge gegeben, dass durch die Autos der Bewohner im Neubau die wenigen Parkplätze auf der Kuhstraße belegt würden, weshalb die Bauherren mehr Parkplätze eingeplant haben: Insgesamt gibt es jetzt 30 Parkplätze für Autos. Zu den 21 Mieterplätzen und drei Plätzen für das Pfarrbüro auf dem Grundstück kommen sechs Stellplätze, die angemietet werden können.

GWG-Vorstand Michael Aach lobte die Planung als „eine gute Voraussetzung für eine Erfolgsgeschichte“, und Martin Dahmen vom Kirchenvorstand St. Godehard freute sich, dass „wir mit der GWG einen Partner gefunden haben, wo Profis am Werk sind“. Auch Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen begrüßte das Projekt und die Zusammenarbeit. „Es ist wichtig, Partner zu finden, die im Ort ansprechbar sind und als Vermieter greifbar bleiben.“ Die neuen Häuser böten besonders älteren Vorstern eine Chance, mitten im Ort zu wohnen und am Leben teilzunehmen.

Abschließend segnete Gemeindereferentin Regina Gorgs den Grundstein, und der Gemeindevorstand wünschte sich, das neue Haus möge „ein Ort des Segens sein“.