Fechten: WMTV verliert 16 Fechttalente

Fechten : WMTV verliert 16 Fechttalente

Trainer Hakan Uludüz wechselt vom WMTV zum Turnerbund.

Der Wald-Merscheider TV ist das Aushängeschild der hochklassigen Solinger Fechtszene. Doch nach der Entlassung von Trainer Hakan Uludüz zum Ende der Saison haben sich die Ereignisse überschlagen, so dass nun ein Umbruch bevorsteht. Der Herrendegen-Coach und 16 der von ihm betreuten Talente wechseln zum 31. Juli in den Solinger Turnerbund, in dessen Fechtabteilung zuletzt nur noch Hobbysportler untergebracht waren. "Es war ein notwendiger Schritt", sagt Fechter-Vater Klaus Erkens, der für seinen Sohn Roman keine Perspektive mehr beim WMTV gesehen hat.

Erkens hat gemeinsam mit den Eltern der anderen wechselnden Fechter den Förderverein "Fechtfreunde Solingen" gegründet. Dieser kümmert sich im Wesentlichen um die Finanzierung von Hakan Uludüz, der in der kommenden Saison hauptverantwortlicher Trainer der STB-Fechtabteilung sein wird. Eine Last, die die Eltern damit also dem neuen Verein abnehmen. "Ich hatte andere Angebote, auch lukrativere", berichtet Hakan Uludüz. "Aber der Wunsch der Gruppe, gemeinsam weiterzumachen, war so groß, dass ich mich zu diesem Schritt entschieden habe." Bei den zum Solinger Turnerbund wechselnden Degenfechtern handelt es sich um Altersklassen von der B-Jugend bis zu den Aktiven. Darunter befinden sich Topfechter, wie Max Busch, Simon Stange oder Roman Erkens.

"Wir hätten den Schritt gerne vermieden", sagt Klaus Erkens. "Aber leider konnte uns der WMTV kein Konzept für die kommende Saison liefern. Konkrete Nachfragen zu Trainings- und Leistungskontingenten sowie der Turnierplanung blieben offen. Aus unserer Sicht war damit der sportlichen Weiterentwicklung die Grundlage entzogen." Auf Signale der Eltern, den Verein in ähnlicher Form wie nun beim STB zu unterstützen, um beispielsweise Uludüz zu halten, sei nicht eingegangen worden. "Wir mussten handeln, hatten auch Bayer Leverkusen im Auge, doch angesichts der Tatsache, dass die meisten Fechter in Solingen zur Schule gehen, war der STB die bessere Wahl."

Berührungspunkte mit dem WMTV und der NRW-Sportschule (FALS) werden aber auch in Zukunft nicht vermeidbar sein. Schließlich ist dort der Landesleistungsstützpunkt beheimatet. Einige Fechter gehen dort weiterhin zur Schule, das Stützpunkttraining findet dort statt. "Wir möchten nicht im Streit gehen", betont Erkens. Der STB freut sich indes über die Wiederbelebung seiner Fechtabteilung. "Wir sehen kein Risiko", sagt Vorstandsmitglied Lutz Nippes. "Aber es ist eine große Chance für unseren Verein."

(trd)