Interview: Was Nebenan Passiert Aus Dem Bezirk Wald: Roter Esel: Investor plant Eigentumswohnungen

Interview: Was Nebenan Passiert Aus Dem Bezirk Wald: Roter Esel: Investor plant Eigentumswohnungen

Ein Solinger Unternehmer plant Neubauten samt Tiefgarage und begrüntem Innenhof auf dem rund 4800 Quadratmeter großen Grundstück des alten Schulgebäudes.

Was wird aus dem Roten Esel? Der Verkauf des alten Walder Schulhauses gelingt seit Jahren nicht. Dabei sind die städtischen Vermesser längst ausgezogen, und ebenso der angrenzende ehemalige Kindergarten BiciBici steht seit langem leer. Sträucher und Gebüsch wachsen, vor allem auf dem alten Kita-Gelände.

Als Schutz vor ungebetenen Gästen sind Fenster der unteren Etage des Roten Esels mit seiner markanten Backsteinfassade derzeit mit Tafeln verkleidet.

Jetzt ist allerdings wieder Bewegung in den Verkauf der städtischen Immobilie gekommen. Ein Investor aus Solingen will an der oberen Friedrich-Ebert-Straße neue Wohnungen bauen. Die Pläne sind nun den Bezirksvertretern vorgestellt worden, und zwar zunächst erst einmal hinter verschlossenen Türen. Die Stadtteilpolitiker haben, so wird verlautet, dem vielversprechenden Konzept zugestimmt. Eigentumswohnungen und Geschäftsräume, etwa für Arztpraxen, will der Investor auf dem Areal bauen. Vorgesehen sind eine Tiefgarage und ein begrünter Innenhof, um den sich einzelne Neubauten gruppieren. Damit ist klar, dass der Rote Esel selbst abgerissen wird. Eine Stehle beziehungsweise ein Stück der Backsteinfassade soll aber möglichst noch an das alte Schulhaus erinnern.

Dem Vernehmen nach will der Investor das Gesamt-Immobilienpaket erwerben, das die Stadt auf der Internet-Seite zum Kaufpreis von 945 000 Euro angeboten hat: das alte Schulhaus mit 3220 Quadratmeter großem Areal für 624 000 Euro sowie die frühere Kita für 323 000 Euro mit dem 1570 Quadratmeter großen Grundstück.

In dem alten Schulhaus aus dem Jahr 1877 sind Generationen von Waldern zum Unterricht gegangen. Um die Vermarktungschancen der städtischen Immobilie zu verbessern, hatten die Bezirksvertreter bereits vor drei Jahren "schweren Herzens" die Backsteinfassade des Roten Esels aus der Denkmalschutzliste genommen.

Zuerst hatten Investoren aus der Schweiz ehrgeizige Pläne und wollten die Immobilie. Doch die Schweizer verabschiedeten sich unrühmlich. Das war vor gut acht Jahren. Anschließend wollte ein Investor aus den Niederlanden dort 50 Sozialwohnungen bauen. "Zu viele" - dies befand die Bezirksvertretung. Das Projekt wurde gekippt. Danach plante ein Investor aus Hagen den Abriss, um 28 Alten-Wohnungen errichten zu können. Nebenan auf dem früheren Kita-Gelände sollte zudem eine Altenpflegeeinrichtung gebaut werden. Die Pläne lösten sich ebenfalls in Luft auf. Zuletzt hatte ein Interessent aus Ratingen Neubaupläne auf dem rund 4800 Quadratmeter großen Gelände. Er nahm sein Kaufinteresse zurück.

(RP)
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