Solingen: Roter Esel: Verkauf der Immobilie gelingt nicht

Solingen : Roter Esel: Verkauf der Immobilie gelingt nicht

Frank Knoche sitzt in der Bezirksvertretung Wald. Für den Ortspolitiker der Grünen ist der Rote Esel an der oberen Friedrich-Ebert-Straße ein ganz spezielles Objekt. "Die Identifikation der Walder mit ihrem Stadtteil hängt damit zusammen." Für ihn ist das ehemalige Schulgebäude ein typisches Bauwerk, das nach Wald gehört.

Der Verkauf der städtischen Immobilie gelingt aber seit Jahren nicht — obwohl die Bezirksvertreter zur Förderung der Vermarktungsbemühungen längst über ihren Schatten gesprungen sind: "Schweren Herzens" hatten sie die Backsteinfassade aus der Denkmalschutzliste genommen.

Nach Informationen unserer Zeitung hat nun der Kaufinteressent, für den die Stadt das Objekt jüngst reservierte, Abstand genommen. Das habe er der Stadt signalisiert, heißt es. Dabei ruhten große Hoffnungen auf diesem Investor. Denn er kommt aus der Nachbarschaft in Wald; und er wollte dem Vernehmen nach das alte Schulhaus nicht abreißen, plante ein Nutzungskonzept mit Wohnungen und Büros.

"Jetzt stehen wir wieder am Punkt Null", sagt Frank Knoche mit Blick auf den Verkauf des alten Schulgebäudes aus dem Jahr 1877, das zuletzt als Verwaltungssitz gedient hat. "Nun droht wieder der Abriss des Roten Esels", betont Knoche mit Besorgnis.

Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier (SPD) könnte sich an dieser Stelle ein generationsübergreifendes Konzept vorstellen: mit Wohnungen für junge Familien, aber zugleich auch für Ältere. Zumal die Stadt Solingen nicht nur den Roten Esel mit dem über 3000 Quadratmeter großen Grundstück vermarkten will, sondern auch das angrenzende Areal des früheren Kindergartens BiciBici, dessen Grundstück noch einmal knapp 1600 Quadratmeter umfasst.

Heilfroh sind Frank Knoche und Birgit Zeier unterdessen jedenfalls, dass bei einer Problem-Immobilie schräg gegenüber des Roten Esel mittlerweile etwas passiert ist: Die dem Verfall preisgegebene alte Tankstelle mit den unansehnlichen Garagen ist endlich abgerissen — ein Objekt, das schon fünf Mal den Besitzer gewechselt hat.

Die Fläche ist eingeebnet. Planungen beziehungsweise Überlegungen, dort etwas Neues zu errichten, sind nach den Worten von Bezirksbürgermeisterin Zeier allerdings noch nicht präsentiert worden.

Das war in der Vergangenheit beim Roten Esel anders. Schweizer Investoren wollten diesen zuerst zum Ärztehaus umgestalten. Doch sie stiegen unrühmlich aus. Danach wollte ein Investor aus den Niederlanden auf dem Areal 50 Sozialwohnungen bauen. Auch aus diesem Projekt wurde nichts.

Anschließend plante ein Projektentwickler aus Hagen den Abriss des alten Schulgebäudes, um 28 Alten-Wohnungen des Betreuten Wohnens zu errichten; und er wollte nebenan auf dem früheren Kita-Gelände eine Altenpflegeeinrichtung gleich dazubauen. Aber auch diese Pläne — in Wald kritisch gesehen — lösten sich in Luft auf.

Frage des Tages

(RP/ac)