Solingen: Endspurt auf der Müngstener Brücke

Solingen: Endspurt auf der Müngstener Brücke

Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember sollen Solingen und Remscheid wieder auf direktem Weg per Bahn verbunden sein. Nach 20-monatiger Sanierung hat dann auch der Schienenersatzverkehr ausgedient - vorübergehend.

Der neue Bahnsteig am Bahnhof Schaberg in Fahrtrichtung Remscheid gibt einen famosen Blick auf die Müngstener Brücke frei. Wer hier ab dem 14. Dezember länger auf die S-Bahn "S 7" warten muss, kann in der Zwischenzeit den aus Güldenwerth kommenden Zug bei der Fahrt über den Stahlkoloss beobachten. In diesen Tagen herrscht auf den beiden Gleisen in luftiger Höhe allerdings noch reges Treiben. Zwischen 7.30 Uhr und 17 Uhr wird Hand angelegt - solange das Tageslicht die Sicherheit der Monteure gewährleistet.

Mit dem Fahrplanwechsel am übernächsten Wochenende sollen die Signale für den "Müngstener" nach 20-monatiger Bauzeit wieder auf Grün geschaltet werden. "Seitdem Mitte Oktober das letzten Brückenteil eingesetzt worden ist, werden auf der Müngstener Brücke nur noch viele Rest- und Abnahmearbeiten erledigt", sagt Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann. Gestern war eine Technische Kommission vor Ort, um sich ein Bild über den aktuellen Stand der Dinge zu verschaffen. Entgegen ursprünglicher Planungen wurde spontan beschlossen, einen Messwagen über die Müngstener Brücke zu schicken. "Bis 12. Dezember soll die abschließende Abnahmeprüfung erfolgt sein", erklärt Dirk Pohlmann.

Auf der Brücke und im direkten Übergang wurden neue Schienen verlegt und zugleich das Gleisbett um zehn Zentimeter erhöht. Im Bereich des Bahnhofs Schaberg ist wucherndes Gestrüpp verschwunden, die alten Schienen wurden aufbereitet und in der Höhe den neuen Bahnsteigen angepasst. An diversen Masten angelehnt liegen diverse Hinweisschilder, und in der Unterführung stehen eiserne Bänke. Diese warten nur darauf, montiert zu werden. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Arbeiten in den Endspurt gehen.

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Komplett wird die Sanierung in zehn Tagen jedoch nicht abgeschlossen sein. Der Austausch der Rollenlager, die die Bewegung der Brücke aufnehmen und abfedern, wird erst im kommenden Jahr vollzogen. Verbaut sind noch die Original-Teile des 1897 fertiggestellten Bauwerks. "Dafür muss die Brücke noch einmal gesperrt werden - aber nur an einigen Wochenenden." Nach Aussage von Dirk Pohlmann werde die Bahn diese Termine mit dem Verkehrsunternehmen Abellio abstimmen.

Für den privaten Betreiber der Strecke von Solingen über Remscheid nach Wuppertal bedeutet die Wiedereröffnung der Müngstener Brücke eine Premiere, denn noch nie ist ein Abellio-Zug in 107 Höhe über die Wupper gefahren. "Wir freuen uns, das wir endlich den regulären Fahrplan anbieten können", sagt Abellio-Sprecherin Marina Pohl. Theoretisch sei das Unternehmen bereits vor einem Jahr nach der Übernahme bereit gewesen, die komplette Strecke zu bedienen. Nun müssen nur die Dienstpläne des Personals leicht verändert werden und die Fahrgäste sich an einigen Halten auf neue Abfahrtzeiten einstellen. Bislang war der Fahrplan auf den Schienenersatzverkehr abgestimmt - dieser wird ab dem 14. Dezember (bis auf angekündigte Ausnahmen) eingestellt.

(gra)
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