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Solingen: Hauptschule kaum gefragt

Solingen : Hauptschule kaum gefragt

Die neuen Anmeldezahlen bestätigen die alten Trends: Realschulen und Gymnasien haben eine gefestigte Position. Die Hauptschule wird – gemessen an den Schülerzahlen – nur noch sehr gering nachgefragt. Annähernd jeder zweite Viertklässler wird an der Gesamtschule angemeldet.

Die neuen Anmeldezahlen bestätigen die alten Trends: Realschulen und Gymnasien haben eine gefestigte Position. Die Hauptschule wird — gemessen an den Schülerzahlen — nur noch sehr gering nachgefragt. Annähernd jeder zweite Viertklässler wird an der Gesamtschule angemeldet.

Anders als bei den Gesamtschulen vor zwei Wochen stellt sich die Situation nach der zweiten Anmelderunde an den Haupt- und Realschulen sowie den Gymnasien aus Sicht der Familien erfreulicher dar. "Alle Kinder können an den gewünschten Schulen aufgenommen werden", kommentierte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter gestern das Ergebnis. "Nur vereinzelt werden an Realschulen Lenkungsgespräche notwendig". Die Aufnahme in der gewünschten Schulform ist nach seinen Worten aber sichergestellt.

Wie jedoch der Elternwille in Wahrheit aussieht, hat sich für den Schulausschuss-Vorsitzenden Markus Preuß ohnehin zuvor bei den Gesamtschul-Anmeldungen aufs Neue eindrucksvoll gezeigt. "Die Eltern stimmen doch mit den Füßen ab. Es gibt seit Jahren einen ungebrochenen Trend", betont er im Gespräch mit unserer Zeitung mit Blick auf die hohen Ablehnungszahlen an den Gesamtschulen: Mehr als 200 Kinder hatten keinen Platz in der Wunschschule bekommen. Annähernd jeder zweite Viertklässler ist an einer der drei Gesamtschulen angemeldet worden. Tendenz: steigend.

"Darauf muss Politik und Verwaltung reagieren." Preuß sieht diese Reaktion entweder im Rahmen einer möglichen weiteren Gesamtschule. "Oder aber wir zeigen Eltern und den Kindern eine Alternative auf." Damit spielt er auf eine mögliche Sekundarschule an, die als kleine Schwester der Gesamtschule (weil ohne Oberstufe) gilt.

Keine Frage, so viel Druck wie derzeit bestand noch nie, die Schullandschaft grundlegend umzugestalten. Nicht nur die Existenz der Hauptschule, sondern auch die der Realschule kommt dabei auf dem Prüfstand.

Elternbefragung im September

"Wir sind das erste Mal an dem Punkt, an dem wir nicht mehr nur einzelne Schulen betrachten", sagte CDU-Schulpolitikerin Nicole Molinari auf Anfrage unserer Zeitung. Erklärtes Ziel der Politik ist, die neu gestaltete Schullandschaft den Eltern im nächsten Jahr bei den Anmeldungen der neuen Fünftklässler bieten zu können. Voraussetzung dazu ist die Befragung der Eltern von Grundschülern aus den Klassen 3 und 4, die im September starten soll.

SPD-Schulpolitikerin Iris Preuß-Buchholz setzt große Hoffnungen auf das erstmals so breit abgefragte Votum der Grundschul-Eltern: "Dann wissen wir, wie viele Plätze in den Schulen an welcher Stelle wirklich nachgefragt sind." Für Preuß-Buchholz ist eine hohe Beteiligung an der Befragung unabdingbar: Dies sei eine Chance, die die Eltern nutzen müssten.

Eine Richtung haben Eltern bei den Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen nun aber bereits vorgegeben.

(RP/rl)