Rheinberg: RP trauert um Mitarbeiterin Waltraud Willeke

Rheinberg : RP trauert um Mitarbeiterin Waltraud Willeke

Die letzten Monate ihres Lebens hat Waltraud Willeke im Rheinberger Hospiz "Haus Sonnenschein" verbracht. Schwer gezeichnet von ihrem mehrjährigen Krebsleiden hatte sie dort, betreut von engagierten und kompetenten Menschen die Möglichkeit, sich zu verabschieden. Viele Menschen haben sie dort besucht. Sie erlebten eine positiv gestimmte, zuversichtliche und gelöste Frau, die offen über ihre Krankheit sprach.

So war Waltraud Willeke, die viele noch unter dem Namen Waltraud Linke gekannt haben. Eine echte Niederrheinerin, das Herz am rechten Fleck und immer gerne unter Menschen. Jammern, auf die eigenen Probleme hinweisen, das war nicht ihr Ding. Lieber den Kopf oben halten, nach vorne schauen. So hat sie manche Krisen in ihrem Leben gemeistert und war anderen ein Vorbild.

Waltraud Willeke war eine vielseitig Frau. Sie nahm das Leben, wie es kam. Ursprünglich absolvierte sie bei den Solvay-Werken in Rheinberg eine Ausbildung zur Chemielaborantin. Später behauptete sie sich auch in anderen Berufsfeldern.

Wichtig: Was immer sie auch tat, es musste mit Menschen zu tun haben. Viele Jahre war sie als Stadtführerin in Wesel unterwegs. Nachdem die beiden Töchter erwachsen waren und sie das große Haus mit dem noch größeren Garten in Wallach aufgegeben hatte, lebte sie lange in Wesel. Viele Jahre lang war Waltraud Willeke als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktionen Rheinberg/Xanten und Wesel der Rheinischen Post unterwegs.

Ob Schützenfest, medizinischer Vortrag, Theater, Konzert, Ausschusssitzung oder Parteiversammlung - man traf Waltraud Willeke an vielen Orten. Die Ergebnisse ihrer Arbeit waren dann am nächsten Tag in der Zeitung zu lesen. Immer klar formuliert, gut verständlich und so verfasst, dass die Betroffenen sich in den Texten wiederfanden. Das Kürzel "wawi" - für Waltraud Willeke - war ihre journalistische Marke.

Nach ihrer Pensionierung wollte sie gerne den Faden als Schreiberin wieder aufnehmen. Die Krebserkrankung kam dazwischen. Am Dienstag ist Waltraud Willeke wenige Tage vor Vollendung ihres 71. Lebensjahres, im Haus Sonnenschein verstorben.

Dort hatte sie jedem Besucher deutlich gesagt, was für sie das Wichtigste im Leben war und was ihr bis zum Schluss Kraft gegeben hat: die Familie, ihre beiden Töchter und die Enkelkinder, die immer für sie da waren.

(up)