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Rheinberg: Planung aus einem Guss

Rheinberg : Planung aus einem Guss

Im Mai will auf dem Annaberg die Grafschafter Diakonie mit dem ambulanten Angebot Tagespflege beginnen. Es richtet sich an Pflegebedürftige wie an Menschen mit Demenz. Interesse besteht bereits.

Die Grafschafter Diakonie bietet in Rheinberg, in unmittelbarer Nähe zum "Haus der Generationen", die erste Tagespflege an. Das Angebot ist im barrierefreien Wohnprojekt von Fußballprofi Roque Santa Cruz untergebracht. "Für uns ist die Ausgangslage ideal und eine riesige Chance. Wir sind von Anfang an dabei. Eine bessere Situation gibt es nicht", meint gestern Dietrich Mehnert, Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie.

"Wir ziehen in einen Neubau. Unsere Räume werden für das Angebot der Tagespflege extra geschaffen. Wir sind gleichzeitig gut in das Umfeld vom Haus der Generationen eingebunden."

Für 18 Tagesgäste

Mehnert rechnet damit, dass zum Mai nächsten Jahres die Tagespflege auf rund 320 ebenerdigen Quadratmetern, ausgerichtet für 18 Tagesgäste, ihre Arbeit aufnehmen kann. Bis zur Vollauslastung von fünf Wochentagen, montags bis freitags, mit je 18 Gäste sei in einem halben Jahr zu rechnen. Schon jetzt haben 40 Kunden Interesse an dem Angebot bekundet. Für die Grafschafter Diakonie ist es der fünfte Standort, in Rheinberg das erste Angebot.

Das Tagespflegeangebot richtet sich insbesondere an pflegende Angehörige, "für die eine echte Entlastung geschaffen werden soll", sagt Carsten van der Werth, Geschäftsführer Grafschafter Diakonie. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen wie auch der Menschen mit Demenz werden von Familienangehörigen zuhause gepflegt. Sie sind aufgrund der zusätzlichen Belastung meist die nächsten Pflegebedürftigen.

Tagespflege will helfen, im Pflegefall eines Angehörigen die eigene Lebensplanung wie auch den Alltag aufrecht zu erhalten. Van der Werth: "Tagespflege dient der Sicherstellung und Ergänzung häuslicher Pflege. In vielen Fällen wird die stationäre Unterbringung hinausgezögert oder ganz vermieden." Die Tagespflege ist seit 2008 gesetzlich verankert und eine zusätzliche Leistung durch die Pflegekassen und den Kreis Wesel. Der Umfang richtet sich nach den Pflegestufen. Ein Versorgungsvertrag mit der zuständigen Pflegekasse ist die Voraussetzung.

Ein Gewinn für alle

Für Pastor Udo Otten stellt das Angebot der Tagespflege eine Punktlandung und einen Gewinn für alle Beteiligten dar. Das Haus der Generationen in Kombination mit ambulanter Pflege lässt echte Quartiersarbeit auf dem Annaberg entstehen. Ratsuchende Angehörige haben eine zentrale Anlaufstelle und wissen sich und ihre Familienmitglieder in vertrauter Wohnumgebung betreut. "Das ist für mich Planung aus einem Guss", so Otten.

(RP/rl)