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Fußball: Wermelskirchen trotz Remis Schlusslicht

Fußball : Wermelskirchen trotz Remis Schlusslicht

Fußball-Bezirksliga: Während Türkgücü einen Sieg landet, verliert die TG Hilgen das Kreisderby gegen den Hastener TV. Der BV Burscheid muss sich wie der SV 09/35 mit einem Punkt begnügen, der SC Ayyildiz Remscheid verliert erneut.

Türkgücü Remscheid – SR Solingen 4:1 (1:0) – Emin Akgün freute sich am Ende nur über die drei wichtigen Punkte: "Das Spiel war nicht schön. Wir waren nicht viel besser, haben nur zur richtigen Zeit die Tore gemacht", sagte der Türkgücü-Trainer, der eine Partie "ohne flüssige Kombinationen" sah. Bereits nach 14 Minuten gingen die Gastgeber durch Duran Ilbasmis in Führung, doch erst kurz nach der Pause konnten die Remscheider nachlegen: Emre Circir verwandelte einen Elfmeter nach Foul an Ilbasmis (49.). Eine Minute später erhöhte Mustapha Ijfiri auf 3:0, bevor Emre Circir einen Konter zu seinem zweiten Treffer (63.) nutzte. "Wir haben die Partie glücklicherweise früh entschieden", freute sich Emin Akgün, der trotzdem nicht ganz zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft war: "Die lange Winterpause hat man in fast jeder Aktion des Spiels gesehen. Es lief nicht rund." Den schwachen Gästen gelang nach 88 Minuten noch der Ehrentreffer durch Aydin Bagbasi.

BV Gräfrath – SV 09/35 Wermelskirchen 2:2 (2:1) – Nach einer katastrophalen Anfangsphase sicherte sich der Gast ein Last-Minute-Unentschieden. SV-Trainer Nenad Postic rätselte: "Was die Jungs in den ersten 20 Minuten gespielt haben, ist absolut unerklärlich. Wir dürfen uns bei unserem Keeper Lukas Klein bedanken, dass es nicht schon 0:5 stand." Nach drei Minuten kassierten die "Dellmänner" den 0:1-Rückstand, nach einer Viertelstunde schlug es zum zweiten Mal im ihrem Gehäuse ein. Eine taktische Umstellung sowie der Anschlusstreffer durch Gall Dhompiron kurz vor dem Seitenwechsel brachte die Wermelskirchener zurück in die Partie. Nach einer Stunde sah ein Gräfrather "Rot" (Handspiel), so dass Wermelskirchen nun in Überzahl agierte. Nachdem Neuzugang Valentino Cucuzza in der Folgezeit mit einem Freistoß am Pfosten scheiterte, machte es der Stürmer in der Nachspielzeit besser, als er mit einem Schuss aus gut 18 Metern den Endstand besorgte. Postic: "Es mangelt noch an der Abstimmung in den verschiedenen Mannschaftsteilen. Dennoch nehmen wir den einen Punkt gerne mit. Das ist gut für die Moral."

TG Hilgen – Hastener TV 1:2 (0:0) – Riesenjubel auf der einen, Fassungslosigkeit auf der anderen Seite: Die Gefühlswelten konnten nach dem Kellerderby unterschiedlicher nicht sein. Nur Sekunden vor dem Abpfiff hatte HTV-Kapitän Matthias Csernak einen direkten Freistoß von der linken Strafraumkante ins lange Eck zum Siegtreffer gezirkelt und so die Partie auf den Kopf gestellt. Denn über weite Strecken fand der Gast nicht statt und konnte es dem Unvermögen der in allen Belangen überlegenen Hilgenern verdanken, nicht schon längst auf der Verliererstraße zu sein. Nach verhaltener erster Hälfte, in der es bis auf einen Pfostenschuss von Alexander Lange (33.) keine nennenswerten Höhepunkte gab, ging es im zweiten Abschnitt richtig rund: Erst hatten Dennis Roda, Dimitri Pak (beide 52.), und Stephan Machill (53.) gute Chancen. Dann traf Lange zum längst überfälligen 1:0 (60.), als er nach einem Abpraller alleine vor dem Tor stand. Die bis dahin harmlosen Hastener wurden erst durch einen katastrophalen Fehler von TGH-Keeper Daniel Thielmann wachgeküsst, der einen Befreiungsschlag vor die Füße von Csernak drosch, der aus 20 Metern den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste (65.). Hilgen antwortete mit wütenden Angriffen und erzielte auch einen Treffer (73.) durch Mario Färber, den der schwache Unparteiische Franco Mendola wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannte. Waren die Fehlentscheidung des Unparteiischen bis dahin noch verteilt, benachteiligte er Hilgen fortan konsequent. So sahen Dennis Roda "Gelb-rot" nach einem vergleichsweise harmlosen Foul (82.) und der eingewechselte Philipp Lorscheter sogar glatt "Rot", was ebenfalls überzogen war (90.). "Was soll ich da sagen? Heute ist alles gegen uns gelaufen. Ich bin am Boden zerstört", rang TGH-Trainer Marcus Banken um Fassung. Sein Gegenüber José-Ramón Flórez-Fernández traf derweil den Nagel auf den Kopf: "Wir hatten heute mehr Glück als Verstand."

Vatan Spor Solingen – BV Burscheid 1:1 (0:1) – Die Griesberger wollten Zählbares mitnehmen. Und das ist ihnen gelungen: "Das Ergebnis geht in Ordnung, auch wenn wir sogar die Chance hatten, drei Zähler zu holen. Wir haben den Abstand nach unten gewahrt, das ist erst mal wichtig", freute sich BVB-Trainer Marcus Feinbier. Dabei begann der Gast auch ohne große Spielpraxis bei seiner ersten Pflichtpartie im neuen Jahr konzentriert und engagiert, war deutlich überlegen und erzielte durch Serkan Özkan verdient das frühe 1:0 (21.). Auch in der Folge blieb Burscheid am Drücker, verpasste kurz nach dem Wechsel durch Tim Wallat, dessen Schuss Solingens Keeper Yasin Yüksel toll parierte (55.), das möglicherweise entscheidende 2:0. So kam der Gastgeber durch Rodrigue Deadwood nach einem Querschläger von Marco Rzeha zum 1:1 (57.). Ab da entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Zum Sieg reichte es allerdings für keine Mannschaft mehr.

Atatürk Mettmann – SC Ayyildiz Remscheid 4:1 (1:0) – Die Remscheider haben auch die zweite Rückrundenpartie verloren, weil sie das Toreschießen vergaßen. "Die Mannschaft hat sich bemüht, vergibt aber zu viele Chancen", erklärte Ayyildiz-Trainer Zdenko Kosanovic, den Defensiv auch einige Unzulänglichkeiten ärgerten. Den Weg zum 1:0 für die Gastgeber durch Edon Subasic (22.) ebnete die Ayyildiz-Abwehr mit einem Stellungsfehler. Zwar hätten die Remscheider ausgleichen können, doch Abel Mokonen scheiterte mit einem Foulelfmeter (67.). Stattdessen schossen die Mettmanner durch Marc Eilenberger (77.), Samet Akarsu (78.) und Markus Garbe (85., Foulelfmeter) einen Kantersieg heraus. "Zahlreiche Dummheiten haben uns Punkte gekostet. Dass wir uns bemüht haben, kann man am Resultat leider nicht erkennen", sagte Kosanovic, der sich am liebsten selbst eingewechselt hätte: "Ich würde mein Team gerne zum Erfolg tragen, aber elf Spieler hält mein Buckel nicht mehr aus", meinte der Coach augenzwinkernd. Der Treffer von Benjamin Grgic war nur noch Ergebniskosmetik (80.).

(RP)