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Handball: Derbysieg macht Klassenerhalt fast perfekt

Handball : Derbysieg macht Klassenerhalt fast perfekt

Handball-Oberliga: HGR gewinnt 31:30 in Solingen. Panther kassieren in Neuss die dritte Niederlage hintereinander.

SG Solingen BHC II – HG Remscheid 30:31 (12:18) – Bei einer 15:7-Führung der HGR schien bereits alles in trockenen Tüchern zu sein. Das prestigeträchtige Derby zwischen den Nachbarn war, so hatte es den Anschein, zugunsten der bis dahin dominierenden Gäste frühzeitig gelaufen. Doch was im Handball alles möglich ist, brachte Dieter Dietze knapp eine Dreiviertelstunde später auf die Palme. "Ich habe euch in der Pause gewarnt, dass so etwas passieren kann", ereiferte sich der Co-Trainer über die danach einsetzende Talfahrt der Mannschaft. Praktisch auf der letzten Felge rettete sich das Team von Trainer Mike Novakovic in die Schlussphase, in der die Solinger beim 30:30 gleich zweimal die Möglichkeit auf den ersten und vielleicht auch entscheidenden Führungstreffer hatten. Aber Novakovic stellte sein Team in der finalen Auszeit noch mal ein. In den letzten elf Sekunden hatte die HGR Ballbesitz, Rückraumspieler Philipp Hinkelmann fasste sich gegen eine geöffnete Solinger Abwehr ein Herz und traf von Linksaußen zum Sieg. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit dieser Aktionen Erfolg haben würde", strahlte der Held des Tages hinterher. Die Erleichterung über den Erfolg stand allen Remscheidern ins Gesicht geschrieben. In Sachen vorzeitiger Klassenerhalt hat die Mannschaft damit wohl alle Restzweifel beseitigt. Zwar punkten auch die Kellerkinder eifrig. Aber acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz sollten fünf Spieltage vor Saisonende ausreichend sein. "Heute haben wir uns zurückgeholt geholt, was wir in den letzten Wochen leichtfertig haben liegen lassen", meinte Novakovic zufrieden.

HGR-Tore: Steinhoff (8), Zapf (8/3), Kachelmaier, L. Pütz (je 4) Hinkelmann, Pagel (je 3), M. Pütz (1).

Neusser HV – Bergische Panther 29:28 (11:14) – Die Panther kommen aus ihrer Talsohle nicht heraus. Im Topspiel verlor das Team vor rund 600 Zuschauern in der Sporthalle Hammfeld äußerst unglücklich und handelte sich damit die dritte Niederlage in Serie ein. Das war umso schmerzhafter, da die direkte Konkurrenz aus Aldekerk und Essen II im Titelkampf ebenfalls patzte und man mit einem Erfolg wieder voll im Geschäft um die Niederrhein-Meisterschaft gewesen wäre. So kann die Mannschaft dieses Thema wohl endgültig abhaken. Dabei boten die Gäste eine über lange Zeit richtig starke Vorstellung, konnten in allen Mannschaftsteilen überzeugen und führten auch bis kurz vor dem Ende. Neuss hatte letztlich das Glück auf seiner Seite und schnappte sich mit der ersten und einzigen Führung beide Punkte. Die Panther stellten mit ihrer aggressiven 3:2:1-Deckung und guten Lösungen im Positionsangriff die Gastgeber fast völlig kalt, lagen über 4:2 (8.), 7:5 (15.) und 13:9 (25.) bis zur Pause deutlich vorne. Auch bedingt durch eine Rote Karte gegen Torben Schneider (27.) und jeweils zwei frühe Zeitstrafen gegen Rainer Hantusch und Matthias Fuchs kam in Hälfte zwei Sand ins Getriebe. Das nutzten die Hausherren – angetrieben von ihrem frenetischen Publikum – aus. NHV-Trainmer René Witte stellte seine Abwehr von einer verschobenen 5:1-Variante gegen Erwin Reinacher auf eine 4:2-Formation um und war beim 22:22 (46.) plötzlich wieder auf Augenhöhe. Doch in Führung gingen weiterhin die Panther. Zumindest bis zum 28:27 (57.), ehe Neuss noch zwei Treffer gelangen. "Das ist alles ganz bitter. Ich bin total enttäuscht, zumal wir heute richtig gut gespielt haben", sagte Panther-Spielertrainer Ceven Klatt: "Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden, die gegen uns gelaufen sind."

Panther-Tore: Reinacher, Kluge, Fuchs (je 6), Klatt (6/2), Hantusch (4), de la Fuente (1).

(RP)