1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Elternlotsen haben einen wichtigen Job

Remscheid : Elternlotsen haben einen wichtigen Job

Verkehrswacht Remscheid hat Verkehrshelfer zu einem Dankeschön eingeladen. Sie machen den Schulweg ein Stück sicherer.

Jeden Morgen stehen sie an Kreuzungen oder stark befahrenen Straßen vor Grundschulen und helfen, mit Kellen und Warnwesten ausgestattet, Kinder sicher zur Schule zu leiten: die Elternlotsen. An den Grundschulen Siepen, Menninghausen und Walther-Hartmann sorgen rund 70 ehrenamtliche Elternlosten für einen sicheren Schulweg. Die Verkehrswacht Remscheid dankte ihnen für dieses Engagement am Dienstagabend mit einer Einladung in die GGS Walther-Hartmann.

Während die Kinder mit einem Puppenspieltheater und einer Aktion des Ballonkünstlers Hakan Eren durchgehend beschäftigt waren, durften die 30 Erwachsenen bei Kuchen und belegten Brötchen im Raum der OGGS zugreifen. "Sie machen eine unwahrscheinliche tolle Arbeit und haben eine hervorragende Vorbildfunktion", lobte Bernd Schäfer, Geschäftsführer der Verkehrswacht, den Einsatz der Verkehrshelfer. Dass jedes Kind gesund an der Schule ankommt, sei wichtig.

Die Idee zu den Lotsen ist allerdings nicht neu, sondern ein altes Problem, das sich durch "Elterntaxis" verschärft hat. "Manche Eltern würden ihr Kind am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren", kritisierte Schäfer. Diese Eltern nehmen ihrem Nachwuchs die Möglichkeit, sich an der frischen Luft zu bewegen und gefährden teils durch rücksichtsloses Verhalten andere Grundschulkinder, erklärte der pensionierte Berufsfeuerwehrmann. An der GGS Siepen ist die Wolfstraße ein kritischer Punkt. Die Kreuzung Jan-Wellem-Straße/Berghauser Straße ist problematisch an der GGS Menninghausen.

Die chaotischen Zustände kurz vor Schulbeginn kennt auch die Schulleiterin der GGS Walther-Hartmann, Jutta Cramer von Clausbruch (Foto: Moll). "Wenn die Kinder nicht die Hilfe hätten, wüsste ich nicht, wie das gehen sollte", betonte sie. Denn: Eltern fahren in die enge Sackgasse, um ihr Kind direkt vor dem Gebäude absetzen zu können. Parkende Autos schränken die Sicht für die jungen Verkehrsteilnehmer ein. Dabei gibt es genügend Möglichkeiten, die Schüler vorher abzusetzen. Zwei Helfer sichern von 7.30 bis 8 Uhr die Überquerung an der Kreuzung Sedan-, Spichern- und Metzer Straße.

Doch die Einsicht vieler Eltern fehlt. "Wir sind auf die Unterstützung der Polizei angewiesen. Wir kommen so nicht gegen die Eltern an, die die eigenen und andere Kinder gefährden", sagte Emel Dutkun, die die Einsätze der Lotsen an GGS Walther-Hartmann koordiniert. Regelmäßig sind deshalb auch die jeweiligen Bezirkspolizisten vor Ort. "Es gibt viele Falschparker und ein Autofahrer ist einmal einfach an mir vorbeigefahren, obwohl ich auf der Straße stand", berichtete Mutter Melanie Kochanek von ihren Erfahrungen als Lotsin. Viele Eltern wüssten den Einsatz aber auch zu schätzen, sagte Helferin Andrea Zimmermann. Die zwei Euro Aufwandsentschädigung spenden die meisten für die Klassenkassen. Neben den Eltern können sich auch interessierte Bürger für den ehrenamtlichen Dienst bei den Grundschulen oder der Verkehrswacht melden.

(RP)