Ratingen: Ampel soll Sandstraße entschärfen

Ratingen : Ampel soll Sandstraße entschärfen

Die SPD-Fraktion hakt nach: Es gibt seit vielen Jahren einen Beschluss, der immer noch nicht umgesetzt wurde.

Zurzeit kommt es knüppeldick für die Stadtverwaltung. Der Maßnahmen-Stau im Umfeld der Stadthalle hat die CDU-Fraktion auf den Plan gerufen. Und auch die SPD-Fraktion hakt jetzt nach - dies mit Blick auf die nächste Sitzung des Bezirksausschusses Mitte.

Leider sei in der Kommunalpolitik mit einem entsprechenden Beschluss nicht alles im Sinne der Anliegen der Bürger getan, meint SPD-Fraktionschef Christian Wiglow. Oftmals müsse man mehrfach nachhaken, wann denn nun mit einer Umsetzung der Beschlüsse zu rechnen ist.

Daher hat die SPD für den nächsten Bezirksausschuss Mitte gleich vier Punkte auf die Tagesordnung setzen lassen, bei denen zum Teil seit längerer Zeit zwar Beschlüsse bestehen, aber eine Umsetzung nicht wirklich ersichtlich ist. Dabei geht es auch um eine neue Ampel an der Sandstraße. Die "Beampelung" des gefährlichen Fuß- und Radfahrerübergangs auf der Sandstraße wurde vor mehreren Jahren beschlossen.

Die Umsetzung wurde dann durch die Umbaumaßnahmen der Düsseldorfer Straße zurückgestellt. Nunmehr kommt das Projekt Düsseldorfer Platz zum Abschluss, so dass einer zügigen Umsetzung dieses Beschlusses nichts mehr im Weg stehen dürfte. "Daher bitten wir um einen aktuellen Sachstand mit Zeitschiene", forderte Wiglow.

Die Einmündung von der Düsseldorfer Straße in die Sandstraße ist eine Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer, denn man muss hellwach sein. Radler, Fußgänger und Autofahrer treffen an dieser gefährlichen Stelle aufeinander. Nicht selten kommt es beim Abbiegen in die Sandstraße zu heiklen Situationen. Seit Jahren ist diese Unfallstelle ein großes Problem für Politik und Verkehrsplaner, doch bisher hat sich so gut wie nichts getan.

Bereits am 25. Februar 2010 (!) hatte sich der Fachausschuss aufgrund eines SPD-Antrags mit der Verkehrsproblematik der Sandstraße im Bereich der Düsseldorfer Straße beschäftigt und Verbesserungen zur Sicherung des Fußgängerüberweges und verschiedene Maßnahmen wie auch eine Lichtzeichenanlage gefordert. Diese Beschlusslage wurde im Zuge einer Einbeziehung der Düsseldorfer Straße noch mehrfach beraten und auch bestätigt.

Mit Blick auf die Bewerbung bei der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise des Landes Nordrhein-Westfalen schrieb die Verwaltung damals in die Vorlage 264/2013: "Die Einmündung Düsseldorfer Straße Sandstraße muss schnellstmöglich umgestaltet werden."

Auf eine Anfrage der SPD im Bezirksausschuss Mitte am 21. November 2012 wurde von der Verwaltung die Installation "Anfang 2013" zugesagt.

Bei weiteren Anfragen wurden Daten wie "Herbst 2013" und dann "Frühjahr 2014" genannt. Zuletzt wurde am 2. September 2014 im Bezirksausschuss Mitte darauf verwiesen, dass spätestens im Zuge der Umgestaltung der Düsseldorfer Straße die Ampel errichtet würde. Leider sei bis heute nicht ersichtlich, wann und wie diese Beschlüsse umgesetzt werden, so Wiglow.

Die Situation sei nach wie vor unbefriedigend und für alle Verkehrsbeteiligten, insbesondere Radfahrer und Fußgänger, sehr gefährlich. Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Bei einem Unfall prallte ein 37-jähriger Fahrradfahrer auf der Sandstraße gegen einen Audi A4 und verletzte sich schwer. Die 24-jährige Audi-Fahrerin wollte nach rechts in die Sandstraße abbiegen, dort kam es zum Zusammenstoß.

Zeugen erklärten, der 37-Jährige sei plötzlich vom Gehweg quer auf die Straße gefahren und dort mit dem Audi zusammengeprallt. Und auch gestern kam es zu einer heiklen Situation: Ein Pkw-Fahrer, der auf der Düsseldorfer Straße unterwegs war und in die Sandstraße einbiegen wollte, hätte am frühen Morgen beinahe einen Radler übersehen. Der Mann wollte auf seinem Rad die Sandstraße überqueren, konnte aber gerade noch kurzfristig abbremsen.

Vor zwei Wochen ist eine Frau auf dem Bürgersteig angefahren worden. Alles war zugeparkt, es herrschte Stau.

(RP)
Mehr von RP ONLINE