Radevormwald: Zahlreiche Rader wollen Flüchtlingen helfen

Radevormwald : Zahlreiche Rader wollen Flüchtlingen helfen

70 Bürger beteiligten sich am ersten Runden Tisch, durch den die ehrenamtliche Hilfe für Asylsuchende koordiniert werden soll. Erste Aktionen sind schon angelaufen. Ziel ist eine schnelle Integration.

Die Erläuterung der aktuellen Situation der Flüchtlinge und konstruktive Vorschläge zu Hilfsangeboten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, die Sozialdezernentin Ute Butz und Fachbereichsleiter Jochen Knorz im Foyer des Bürgerhauses moderierten. Knorz erläuterte, dass "die Integration der 116 Flüchtlinge aus 29 Nationen im Vordergrund steht". Mit ehrenamtlicher Hilfe soll die gefördert werden. "Das große Problem für viele ist der Alltag", sagte Knorz und bezog sich zum Beispiel auch auf viele Einzelpersonen, deren Tagesablauf derzeit oft nur wenig strukturiert ist. Mangelnder Kontakt, auch durch keine oder sehr schlechte Sprachkenntnisse, führten zu Langeweile und bei vielen auch zu einem weiteren Rückzug.

Helfen will die Stadt, die sich um die Betreuung kümmert, demnächst auch mit einem Sozialarbeiter. Ehrenamtliche Helfer sollen unterstützen, so weit dies möglich ist. "Ansetzen wollen wir mit Patenschaften und Sprachhilfen, Hilfen für den Alltag und vielleicht auch Freizeit- und Sportangeboten", sagte Ute Butz.

Berichtet haben Besucher von ersten Kontakten. "Wir hatten vier Iraner in der Gemeinde zu Gast", sagte Dr. Dieter Jeschke, Pfarrer der Reformierten Kirchengemeinde. Zehn Syrer waren bereits Gäste der Martini-Gemeinde, erzählte Hartmut Hauschild. Karin Hall (Lutherische Kirchengemeinde) berichtete von einem ersten Sprachunterricht im Wartburghaus, weil sich dort Flüchtlinge dienstagsmittags treffen. Auch die Hilfsbörse möchte sich einbringen, erklärte Kyra Springer von "aktiv55plus".

Um die weitere Hilfe in Gang zu bringen, aber auch, um sie zu koordinieren, bittet die Verwaltung, dass sich bei ihr jeder meldet, der mitarbeiten möchte. In den drei Arbeitskreisen sollen Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Hilfe, die Rolle des Helfenden und seine Kompetenzen erarbeitet und erläutert werden. "Für Patenschaften können wir einen eintägigen Workshop anbieten", sagte Gabriele Goldschmidt von der Caritas Oberberg und berichtete, dass es am zweiten und viertem Mittwoch im Monat von 9 bis 15 Uhr eine Flüchtlingsberatung im Caritashaus an der Hohenfuhrstraße 16 gibt.

Bei der Sprachförderung hat Cornelia Ronge-Bartsch von der Volkshochschule ihre Hilfe angeboten, Sönke Eichner vom Fachbereich Jugend und Bildung lotet mit den Rader Vereinen und unter Regie seines Fachbereichs Sportangebote für Jugendliche aus. "Geben Sie mir eine Halle, und ich biete Fußball an", sagte Dieter Jeschke.

Einen Schritt weiter ist die Stadt bei den Schülern. An der Hauptschule ist in dieser Woche eine internationale Klasse eingerichtet worden. An 20 Stunden in der Woche werden Deutschkenntnisse vermittelt. Petra Ebbinghaus schlug vor, das nicht genutzte Gebäude an der Blumenstraße in die Überlegungen mit einzubeziehen. Armin Barg brachte ehrenamtliche Hilfe von Flüchtlingen für den Verein "Wupperschiene" ins Gespräch.

(RP)
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