Radevormwald: Neue Angebote im Seniorenwohnzentrum

Radevormwald : Neue Angebote im Seniorenwohnzentrum

Es läuft bestens in der Einrichtung an der Ülfestraße: Nach dem Trägerwechsel 2012 hat sich viel verändert und Vieles verbessert, sagt Pflegedienstleitung Rita Zimmer. Neben baulichen Maßnahmen geht es vor allem um die Betreuung.

Das Beschäftigungsangebot im Seniorenwohnzentrum (SWZ) Ülfestraße wurde erweitert: Die Sitztanzgruppe "Sugar Girls" studiert Tänze ein und betätigt sich sportlich. Ergotherapeutin Elena Butsch und Gerontotherapeutin Sigrid Göbel bewegen sich mit den Damen zu klassischer Musik und Märschen. Füße bewegen, Hände kreisen lassen, den Oberkörper einbinden - die älteste Teilnehmerin ist Irmgard Funke mit 95 Jahren. Die Begeisterung ist ihr deutlich anzumerken.

Pflegedienstleiterin Rita Zimmer freut sich, denn nach dem Trägerwechsel 2012 und turbulenten Jahren zuvor, ist nun Ruhe eingekehrt und kontinuierliches Arbeiten möglich. Das honorieren auch externe Prüfer. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vergab nach seinem unangekündigten Besuch die Note 1,1. Auch die Heimaufsicht fand keine Mängel. Besonders lobten die Prüfer das Beschäftigungsangebot. "Der Umgang mit den Bewohnern wurde als besonders fürsorglich und zugewandt empfunden", sagt Geschäftsführer Hermann Josef Thiel.

Er weiß, dass das SWZ nicht mit der Immobilie glänzen kann. Die wird sukzessive saniert (bis 2018 verlangt der Gesetzgeber 80 Prozent Einzelzimmer), aber die Betreuung der Menschen und die positiven Rückmeldungen der Angehörigen seien viel wichtiger. "Wir sind ein Haus, in dem gelebt wird. Die Leute müssen leben", sagt Thiel. Ihn freut es besonders, wenn das SWZ "das Haus der Herzen" genannt wird.

Baulich wird es dieses Jahr eher kleinere Maßnahmen geben: neue Betten, eine schönere Optik, ein ansprechender Eingangsbereich. "Wir renovieren Zimmer regelmäßig", sagt Einrichtungsleiter Bruno Tiltmann. Funktionsflächen wie Flure und Dienstzimmer würden ständig erneuert. 40 neue Niederflurbetten (Stück: 1500 Euro) wurden gekauft. Außerdem bekam das Haus eine neue EDV-Anlage. Die Kommunikationswege hätten sich deutlich verbessert. Wichtig sind Tiltmann eine einheitliche Atmosphäre und ein einheitlicher Stil. Auch inhaltlich sollen neue Schwerpunkte gesetzt werden. So plant Rita Zimmer, zur Gestaltung der Flure in den Wohnbereichen die Geschichte der Stadt Rade aufzugreifen. Gerade für demente Bewohner könnten so prägnante Jahres ihres Lebens in Erinnerung gerufen werden. "Wir wollen nicht nur bauen, sondern mit den Bewohnern das Haus mit Leben füllen", sagt sie. Denn das SWZ sei keine Verwahrstation oder ein vorgezogenes Hospiz. Die Auslastung liegt bei 90 Prozent, von 140 Plätzen sind 134 belegt, 70 Prozent der Bewohner sind dement. Sie werden von 126 Mitarbeitern, elf Azubis, einem Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) und zwei FSJ'lern (Freiwilliges Soziales Jahr) betreut.

"Wir legen Wert darauf, dass die Menschen bei uns ein so normales Leben wie möglich führen", sagt Rita Zimmer. Dazu gehöre auch, die Mitarbeiter fortzubilden. Zwölf nehmen bald an einer Schulung mit Naomi Pfeil teil. Sie gilt als Fachfrau, wenn es darum geht, Bewohner da abzuholen, wo sie sich in ihrer Lebenssituation gerade befinden. Im Umgang mit Demenzkranken seien gesunder Menschenverstand und Empathie oft wichtiger als theoretisches Fachwissen, sagt Zimmer.

(RP)
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