Radevormwald: Weiter viele Unfälle durch Raserei

Radevormwald : Weiter viele Unfälle durch Raserei

Die Verkehrsstatistik 2014 zeigt: Größtes Problem ist die zu hohe Geschwindigkeit. Rade liegt bei der Zahl der Verkehrsunfälle eher im hinteren Mittelfeld in Oberberg. Im März gibt es am Gymnasium wieder einen "Crash Kursus".

In der Stadt hat es 2014 zwar oft gekracht, insgesamt waren es aber wenige Unfälle - zumindest im Vergleich zu anderen Kommunen. Das war das Ergebnis der Verkehrsstatistik 2014, die die Polizei gestern in Gummersbach vorstellte. Der neue Direktionsleiter Verkehr, Polizeihauptkommissar Joachim Höller, präsentierte die Zahlen: "Radevormwald ist 2014 mit einer Verunglücktenhäufigkeit in Bezug zur Einwohnerzahl von 341 hinter Reichshof (364) und vor Bergneustadt (340) im hinteren Mittelfeld gelandet. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Jahr 2013 - da lag die Zahl noch bei 384."

Besonders schlecht sah es in der Nachbarstadt Hückeswagen aus - die Verunglücktenhäufigkeit lag dort bei 583. Dies sei ein ungewöhnlich hoher Wert, sagte Höller. Normalerweise seien Hückeswagen und Radevormwald ungefähr gleichauf.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis leicht zurückgegangen, erklärte Kreisdirektor Jochen Hagt: "Wir hatten 23 Verkehrsunfälle weniger und lagen bei 7371. Davon waren 813 mit Personenschaden, das waren 26 mehr. Es gab neun Tote zu beklagen, 254 Schwerverletzte und 842 Leichtverletzte. Insgesamt waren es 6,7 Prozent mehr Verletzte."

Im Vergleich: Auf Landesebene waren es elf Prozent. Die Verkehrsstatistik gehe alle Bürger an, betonte Hagt: "Jeder Mensch, der aus dem Haus geht, ist Verkehrsteilnehmer."

Polizeidirektor Rainer Gosebruch hob das größte Problem bei Verkehrsunfällen hervor: "Bei Unfällen mit Todesfolge ist die Geschwindigkeit nach wie vor Killer Nummer 1. Daher wurde die landesweite Kampagne 'Brems dich, rette Leben' eingeführt, und auch der ebenfalls landesweite Blitzmarathon soll helfen, eine Sensibilität bei den Bürgern zu wecken."

Der Marathon läuft 2015 europaweit, fügte Gosebruch an. Höller fuhr fort: "Auffallend viele Unfälle ereignen sich im Sommerhalbjahr an den Wochenenden. Außerdem haben die Motorradunfälle zugenommen - um 30 Prozent." Diese Zahl bereitet dem Direktionsleiter große Sorgen. "Das kann mit am milden Winter gelegen haben, denn wir hatten schon Motorradunfälle im Februar und März. Das ist ungewöhnlich früh", sagte er. Hier liegt Radevormwald auf Platz vier, hinter Hückeswagen, Wipperfürth und Lindlar. Auffällig sei, sagte Polizeihauptkommissar Frank Rösner, dass es hauptsächlich die älteren Motorradfahrer seien, die verunglückt sind: "Das Durchschnittsalter lag bei 42,2 Jahren." Rösner bietet seit 2012 einen "Crash Kursus" an, ein Konzept, das sich vor allem an junge Erwachsene richtet. "Wir gehen mit Polizeibeamten, Ärzten, Rettungsassistenten oder auch Notfallseelsorgern an Schulen und Berufskollegs, um den jungen Menschen von eigenen Erfahrungen zu berichten. Und davon, was das emotional mit den Helfern und Rettern macht", erklärte Rösner.

23 Mal fand er in Oberberg statt. "Insgesamt haben wir landesweit bereits 430 000 junge Menschen erreicht. Das Feedback ist sehr gut", sagte Rösner, der sich dadurch auch erklärt, dass die Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen seit mehreren Jahren kontinuierlich sinke. Im März gibt es einen neuen "Crash Kursus" am Theodor-Heuss-Gymnasium.

(RP)
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