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Neuss: Stadt lässt Giftpflanzen am Rhein roden

Neuss : Stadt lässt Giftpflanzen am Rhein roden

Es ist ein weites Feld, das da unter der Kardinal-Frings-Brücke sprießt. Auf etwa 30 mal zehn Metern sprießen riesige Stauden mit weißen Köpfen. So nett das auch anzusehen ist, so gefährlich kann das für Wanderer auch sein. Denn was da in bis zu drei Metern Höhe schneeweiß blüht, ist die so genannte Herkulesstaude – und die ist ziemlich gefährlich. 2008 wurde sie zur Giftpflanze des Jahres ernannt, die Gift-Info der Universität Mainz warnt: "Berührungen mit der Pflanze sind unbedingt zu vermeiden!" Denn nahezu alle Bestandteile der Staude – insbesondere die Blätter und der Stängelsaft – tragen Furanocumarine in sich: Das sind Substanzen, die in Verbindung mit Sonnenlicht toxisch wirken und starke Hautreaktionen, die an Verbrennungen oder Verätzungen erinnern, auslösen können.

Daher sollten die Pflanzen auch nur von Fachpersonal entfernt werden, das über entsprechende Schutzausrüstung verfügt. Das Rheinvorland wird von den Neusser Liegenschaften betreut und diese hätten "seit rund einer Woche" von den vielen Herkulesstauden gewusst, erklärt Peter Fischer vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Neuss. "Die Liegenschaften haben eine Spezialfirma beauftragt und gehen davon aus, dass die schon mit den Arbeiten begonnen haben. Für die ist das schon erledigt." Allerdings sei die Herkules–staude an Stellen wie diesen ein immer wiederkehrendes Problem: "Man kriegt die wohl nicht so einfach weg", sagt Fischer. Tatsächlich treibt die Pflanze selbst dann noch aus, wenn sie schon beschnitten wurde. Entweder sollten die Stauden komplett ausgegraben und in Müllsäcken entsorgt oder der samentragende Blütenstand, die Dolde, abgeschlagen werden, auf dass die Pflanze im Winter eingeht.

(NGZ)