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Neuss: Gaststätte Engels wendet Zwangsversteigerung ab

Neuss : Gaststätte Engels wendet Zwangsversteigerung ab

Erst rechnete ganz Weckhoven damit, dass Monika Lohnes nach dem Schützenfest Mitte Juni die Gaststätte Engels nicht wieder eröffnen würde. Aber es kam anders. Dann ging man im Ort davon aus, die schon allen Vereinen schriftlich angekündigte Schließung würde am 1. Juli erfolgen. Doch das Lokal blieb geöffnet. Jetzt machen die Wirtin und ihr Partner Dieter Quiatkowski öffentlich, dass der Betrieb fortgesetzt werden kann. "Dem Himmel und der VR-Bank sei Dank", so Lohnes.

Monika Lohnes, Tochter des Gründerehepaares Paul und Maria Engels, übernahm das Lokal mit ihrem Mann im Jahr 1991 in eigene Regie. Der machte aus dem bürgerlichen Gasthaus am Lindenplatz einen kleinen Gourmet-Tempel. 2005, Lohnes führte jetzt alleine Regie, wurde auf ein neues Konzept gesetzt. Erlebnisgastronomie sollte es fortan sein, die Kulturscheune mit einem eigenen Programm war Teil davon. Doch die Rechnung ging nicht auf. Nachdem die Wirtschaft das erste Jahr der Wirtschaftskrise noch recht gut überstanden hatte, schrieb sie zuletzt nur rote Zahlen. Folge: die Zwangsversteigerung.

Doch dazu kam es nicht. Gespräche mit der Bank, dem Finanzamt und viel Überzeugungskraft eines Ex-Bankers, der Hilfe angeboten hatte, wendeten das Blatt. Lohnes und Quiatkowski können weitermachen – sie müssen es aber auch. Denn die Verbindlichkeiten sind nach wie vor drückend, wenn auch nicht mehr erdrückend.

Das klare Signal "Wir machen weiter" geht vor allem auch an jene, die das Lokal auch in der Vergangenheit für Gesellschaften buchten. Was künftig in der Kulturscheune noch möglich ist, will das Wirtepaar erst noch ausloten. Dass es Haus Engels auch in 20 Jahren noch gibt, ist für Quiatkowski nicht abgemacht. "Wenn sich ein Interessent meldet, würden wir verkaufen."

(NGZ)