"Kunst aus Neuss" von Marga Groove-Markovic und Ernst Mollenhauer

Aus der städtischen Sammlung : Kunst aus Neuss im Atelierhaus

Die vierte Auflage der Reihe mit Werken aus der städtischen Sammlung „Kunst aus Neuss“ zeigt Arbeiten von Marga Groove-Markovic und Ernst Mollenhauer. Die Schau ist auch das Forum für die aktuellen Kunstförderpreisträger.

Ganz unproblematisch ist es nicht, die Werke junger Kunstförderpreisträger mit denen von „alten“ (und mittlerweile gestorbenen) Künstlern  auszustellen. Zumindest ist das im Fall der jüngsten Ausstellung im Atelierhaus so, die zum einen aus der städtischen Sammlung „Kunst aus Neuss“ die beiden Maler Marga Groove-Markovic und Ernst Mollenhauer vorstellen will und zum anderen Werke der aktuellen Kunstförderpreisträger Songnyeo Lyoo (eine Malerin) und  Julius Brauckmann (Installationen, Fotografie, Video) zeigt. Letzteres natürlich auch in dem Sinn, dass allein die Preisvergabe die Verbundenheit der beiden jungen Künstler mit der Stadt dokumentiert, ihre Werke also auch Teil der Sammlung werden könnten. Und dennoch: Es wirkt ein bisschen zufällig, wie Lyoos zweifellos „Konventionen brechende und zugleich narrativ anmutende Malerei“ (Jury-Begründung) und Brauckmanns Fotografien in ihrer „überzeugenden Ästhetik“ (Jury) und die Bilder von Marga Groove-Markovic und Ernst Mollenhauer zu einer Schau zusammengefasst werden.

Den „Fischerhafen“ hat Ernst Mollenhauer 1951 gemalt. Das Gemälde gehört zur städtischen Sammlung „Kunst aus Neuss“. Foto: Helga Bittner

Aber sei’s drum. Der frühere Galerist Wolfgang Offelder hat die Ausstellung  mit Werken aus der städtischen Sammlung kuratiert. Und seinen Worten ist die Begeisterung für Groove-Markovic und Mollenhuer anzuhören. Vor allem von der Farbgebung, aber auch vom Motiv, dem Bezug zu Neuss, habe er sich in der Zusammenstellung leiten lassen, sagt er, und weist auf drei Arbeiten von Groove, die tatsächlich mit Mollenhauers Bild „Neuss“ von 1949 über Wände hinweg zu korrespondieren scheinen.

„Frau im Fenster“, 1993 von Marga Groove-Markovic auf Karton gemalt, ist eine Leihgabe Clara Maria Sels. Foto: Helga Bittner

Gleichwohl hat er jedem Künstler einen eigenen Teil des Raumes zugesprochen. Links die Malerin, rechts der Maler, wobei für die Seitenwahl die Beschaffenheit der Wände sowie die Größe der Arbeiten die entscheidene Rolle spielten. „Die Formate der beiden sind schließlich sehr unterschiedlich“, sagt Offelder.

Von den 14 Werken Mollenhauers in der Sammlung hat er zehn ausgesucht, von Groove-Markovic werden alle vorhandenen – zehn an der Zahl  gezeigt. Um das Schaffen der 2002 gestorbenen Künstlerin in seiner Gesamtheit zu zeigen, musste hingegen ein Werk geliehen werden: Die Bronze „Sitzender Knabe“ stammt aus Privatbesitz, denn ausgerechnet von ihrem bildhauerischen Arbeiten  gibt es nichts in der Sammlung.

Zudem steuert die aus einer Neusser Familie stammende und als Galeristin in Düsseldorf tätige Clara Maria Sels ein Ölbild bei: „Frau im Fenster“ von 1993. Als Kunstkennerin wird Sels auch die Einführung in die Ausstellung machen, erzählt im Katalog sehr anschaulich von der Cousine zweiten Grades (wie Christian Weber vom Kulturamt herausgefunden hat) und urteilt: „Die Schönheit, Stärke und Essenz ihres Werkes liegt außerhalb ihrer Zeit.“

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