Neuss ahndet das Zuparken von Ladesäulen für E-Autos

Sogar Abschleppen wird in Neuss möglich : Zuparken von Ladesäulen wird künftig schärfer geahndet

Wer mit seinem Diesel oder Benziner den Parkplatz an einer Elektro-Ladesäule blockiert, muss in Zukunft mit einer empfindlicheren Strafe rechnen.

Anfang des nächsten Jahres will die Stadt die Beschilderung an Erft- und Sebastianusstraße, wo im April die ersten beiden Ladesäulen im öffentlichen Straßenraum installiert wurden, so verändern, dass nicht mehr nur höhere Verwarngelder kassiert, sondern Falschparker sogar abgeschleppt werden können. Das teilte Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrslenkung jetzt auf Nachfrage von Roland Kehl mit, dem verkehrspolitischen Sprecher der Grünen.

Kehl hatte sich an die Stadt gewandt, nachdem er von Christoph Eicken auf das Problem mit den zugeparkten Ladesäulen aufmerksam gemacht worden war. In anderen Städten sei es Standard, so Eicken, dass Parkplätze an Ladesäulen mit einem Verkehrszeichen „Absolutes Halteverbot“ blockiert werden, das Parken aber für ladende Elektro-Fahrzeuge zugleich freigegeben wird. In Neuss dagegen wird die generelle Parkerlaubnis (blaues Parkplatzschild) nur mit einem kleinen Zusatzschild „Frei für Elektrofahrzeuge“ eingeschränkt – was viele Autofahrer gerne übersehen. Abschleppen ist bei dieser „Schilderlage“ nicht möglich, so dass Falschparker höchstens ein Knöllchen über zehn Euro riskieren. Das scheint vielen die Aussicht auf einen Stellplatz in bester Lage wert zu sein.

Mit dem Hinweis, den Kehl an die Stadtverwaltung weitergab, rannte er dort offene Türen ein. Die Neubeschilderung war schon vergangenen Donnerstag angewiesen worden. Mit der „Umschilderung geht einher, dass an den beiden Stromtankstellen für E-Autos künftig zwei Parkplätze reserviert werden. Man habe es erst bei einem Stellplatz belassen, um die Akzeptanz abzuwarten, sagt Jurczyk. Die Nachfrage aber sei sehr positiv.