Bombe in Neuss: Weltkriegsbombe am Neusser Hafen entschärft

Sperrungen aufgehoben: Weltkriegsbombe in Neuss entschärft

Die Bombe am Neusser Hafen war bei Probegrabungen gefunden wurden. Weil die Bombe so tief im Erdreich liegt, konnten die Radien der Schutzzonen klein gehalten werden. Die Entschärfung wird für Behinderungen im Berufsverkehr sorgen.

Die Entschärfung sollte gegen 9 Uhr beginnen und war nach einer viertel Stunde erledigt. Es gab kaum Einschränkungen im morgendlichen Berufsverkehr.

"Das war die schnellste Bombenentschärfung, die wir je hatten", sagte ein Sprecher der Stadt Neuss.

Die Entschärfung konnte pünktlich um 9 Uhr beginnen, nach einer Viertelstunde war sie beendet. Auch die Straßen konnten schnell wieder freigegeben werden.

Die Bombe war auf dem Gelände der Firma Essity (SCA) an der Floßhafenstraße, wo auch die Tempo-Taschentücher hergestellt werden, entschärft worden.

Ab 8.30 Uhr wurde der Willy-Brandt-Ring abgeriegelt, ab 8.55 Uhr zudem der Verkehr auf der Bahnstrecke eingestellt. Menschen mussten nicht in Sicherheit gebracht werden, denn die Bombe liegt im Industriehafen. Im Kern der Schutzzone — im Radius von 300 Metern um den Fundort — waren nach Angaben von Einsatzleiter Thomas Mathen nur drei Firmen betroffen, die den Betrieb kurzzeitig unterbrechen mussten.

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Der Blindgänger amerikanischer Bauart lag sechs Meter tief im Erdreich. Er war bei Sondierungsgrabungen gefunden werden, die die Firma Essity selbst in Auftrag gegeben hat. Sie lässt einen Zustandsbericht erstellen, der Auskunft darüber geben soll, ob und wie das Gelände künftig genutzt werden kann. Ein konkretes Bauprojekt stehe nicht an, erklärt Peter Fischer, der städtische Pressesprecher.

Die Sondierungsgrabungen haben bereits in der Vorwoche angefangen. Nach Auswertung alliierter Luftaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg wurden sieben Verdachtsflächen identifiziert, die jetzt Punkt für Punkt näher untersucht werden müssen. Zweimal gab es keinen Befund, doch am Montag stieß Jost Leisten vom Kampfmittelräumdienst auf die Bombe. Weil die vier verbleibenden Verdachtsflächen erst im weiteren Verfahren und auch nur Schritt für Schritt untersucht werden können, schließt Einsatzleiter Mathen nicht aus, dass sich der heutige Einsatz noch ein- oder gar mehrere Male wiederholt.

Weil die Bombe so tief im Erdreich liegt, konnten die Radien der Schutzzonen klein gehalten werden. Der größere Sektor (700 Meter Radius), für den nur luftschutzmäßiges Verhalten angeordnet wird, endet zudem am Wall des Willy-Brandt-Ringes. In dessen Schatten, auf östlicher Seite, kann der Betrieb im Hafen ungestört weiter gehen.

Obwohl ganz am Rand der äußeren Sperrzone gelegen, ist auch die Straße "An der Hammer Brücke" betroffen. Die Busse der Linien 842 kürzen deshalb diese Schleife ab und fahren den S-Bahn-Haltepunkt "Rheinpark-Center" nicht an.

Wasserseitig wird das Hafenbecken V am Morgen von der Wasserschutzpolizei geräumt. Floßhafenstraße und Tilsiter Straße werden gesperrt. Damit auch auf der Ölgangsinsel keine Angler oder "Camper" übersehen werden, setzt die Polizei zudem einen Hubschrauber ein, der das Naturschutzgebiet überfliegen wird.