Neukirchen-Vluyn: Zeichen setzen gegen "Diffamierung der Landwirte"

Neukirchen-Vluyn: Zeichen setzen gegen "Diffamierung der Landwirte"

Unter dem Thema Landwirtschaft und Ernährung stand das 15. Politische Frühstück der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Neukirchen-Vluyn. Gastrednerin war die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann aus Leer.

Anlass für das Thema sind laut dem Vorsitzenden der Mittelstandsvereinigung, Michael Darda, "ideologisch begründete Gesetzgebungsverfahren im Bereich Umwelt-, Landschafts-, Natur- und Artenschutz, öffentliche Diffamierungen der Landwirte sowie Einbrüche in Bauernhöfen mit nicht genehmigten Filmaufnahmen."

Ursache für die Themenwahl sei auch, dass die landwirtschaftlichen Betriebe klassische mittelständische Unternehmen sind, die eine Interessenvertretung seitens der Mittelstandsvereinigung verdient hätten.

Michael Darda, der seit dem Jahr 2007 auch dem Bundesvorstand der Mittelstandsvereinigung angehört, versprach den "Frühstücksgästen", sich dafür einzusetzen, dass im MIT-Bundesvorstand eine Arbeitsgruppe "Landwirtschaft" ins Leben gerufen wird.

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Dieses Versprechen hat Darda mittlerweile eingelöst. Anlässlich der Bundesvorstandssitzung am vergangenen Wochenende in Berlin wurde der Beschluss über die Gründung einer Kommission unter der Überschrift: "Landwirtschaft/Ernährung/Verbraucherschutz" gefasst. Den Vorsitz übernimmt Gitta Connemann, die auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden ist. Der MIT-Vorsitzende aus Neukirchen-Vluyn begrüßt diese Entscheidung. Er hatte am Rande der vergangenen Bundesvorstandsitzung die Gelegenheit mit Gitta Connemann und dem CSU-Politiker Edmund Stoiber zu sprechen.

Immer häufiger beklagen Landwirte in den vergangenen Jahren, dass sie pauschal angefeindet werden. Man wirft ihnen Umweltzerstörung vor (etwa durch übertriebene Düngung) oder sieht in den Bedingungen in den Viehställen Tierquälerei. In Neukirchen-Vluyn wurden jüngst durch anonyme Postwurfsendungen Attacken gegen einen Landwirt geritten.

Am Niederrhein fand der wachsende Frust unter der Bauernschaft vor einigen Monaten ein Ventil, als das Bundesumweltministerium, geleitet durch die Klever SPD-Politikerin Barbara Hendricks, eine Kampagne mit angeblichen Bauernregeln gestartet hatte. Viele Landwirte fühlten sich dadurch verhöhnt und an den Pranger gestellt, es kam zu Demonstrationen, Bundesministerin Barbara Hendricks bedauerte die Kampagne und gelobte Besserung.

(RP)