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Tannenbaumverkauf im Forstbetrieb Bloemersheim hat begonnen

Weihnachtskäufe in Neukirchen-Vluyn : Sommerdürre sorgt für Tannen-Engpass

Im Forstbetrieb Bloemersheim hat der Weihnachtsbaumverkauf begonnen. Wegen des heißen Sommers ist die Zahl der Bäume zum Selbstschlagen geringer als sonst. Auch Borkenkäfer setzten den Tannen in diesem Jahr besonders zu.

Pünktlich zum ersten Advent bietet der Forstbetrieb Bloemersheim ein Erlebnis der besonderen Art. Der Tannenbaum für das nahende Weihnachtsfest steht parat. Formschön präsentieren sich die grünen Exemplare in Tannenbaumständern entlang des Waldweges zwischen Vluyn und Schaephuysen. Auswahl ist mit den ersten rund 1500 Exemplaren gegeben, die gerade für den Start in die Vorweihnachtszeit geschlagen wurden. Im Angebot sind unter anderem Rotfichte, serbische Fichte, Küsten- und Korktanne sowie kleine Blautannen.

„Kunden nehmen meist Tannenbäume bis zwei Meter. Wir haben auch Nordmanntannen bis zu fünf Meter hoch“, sagt Forstbetriebsleiter Dirk Bening. Die Nordmanntanne bleibt der Star zum Fest, wie der 57-Jährige bestätigt. „Sie glänzt, ist dicht gewachsen und macht von der Optik viel her. Eben anders als eine Fichte.“ 20,50 Euro kostet der Meter. Ein Preis, der seit sechs Jahren stabil ist. Anders als im Vorjahr ist allerdings die Zahl der reifen Nordmanntannen, die auf den freigegebenen Flächen selber geschlagen werden können, geringer. „Wir haben in diesem Jahr einen Engpass. Im nächsten Jahr sieht es wieder anders aus“, so Bening. Entsprechendes Werkzeug steht zur Verfügung, mancher Kunde bringt eigenes mit. Ballenware ist ebenfalls möglich, wenn der Kunde gräbt.

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Bening rät, den frisch geschlagenen Baum bis zum Fest ins Wasser zu stellen. Rund zehn Jahre dauert es, bis ein Tannenbaum ein Weihnachtsbaum wird. Als dreijährige Setzlinge werden sie ausgepflanzt. „Wir haben gerade 30.000 gepflanzt“, so Bening. Für Nachschub wäre also gesorgt, hätte der Dürre-Sommer ihnen nicht so zugesetzt. Wenn die jungen Tannen noch nicht richtig tief verwurzelt sind, klappt es mit der Wasserversorgung nicht. Sie vertrocknen und vernadeln. Der Klimawandel verändert selbst das Weihnachtsfest. „Wir haben durch den trockenen Sommer bei den neuen Kulturen 50 bis 70 Prozent Verlust“, so Bening.

Nicht nur dem Tannenbaumbestand machte die Trockenheit zu schaffen. Der Waldbestand ist generell betroffen. „Wir haben mittlerweile für jede Baumart einen Schädling. Der Borkenkäfer ist in diesem Jahr sehr aktiv“, so der Forstbetriebsleiter. Tannenbäume brauchen Pflege übers Jahr. Flächen werden ab Sommer von Unkraut befreit, gefräst und gemulcht. Mancher Baum bekommt mit der Rosenschere einen Formschnitt.

Zu den ersten Käufern gehörte ein Schaephuysener Kindergarten, der sich wie jedes Jahr mit dem Baum im Netz auf den Rückweg machte. Lenny und Emma halfen am Verpackungstrichter mit. „Bei uns können auch Firmen eine Veranstaltung buchen“, sagt Bening. Beim Weihnachtsbaumeinkauf gibt es wärmendes Feuer, Herzhaftes und Heißgetränke wie Kaffee und hausgemachten Apfelpunsch, damit der Besuch zum entspannten Erlebnis wird.

„Manche Familien nutzen die Zeit zum Spaziergang“, sagt Bening, der sich schon auf die Zeit freut. „Erfahrungsgemäß ist das erste Adventswochenende ruhig.“ Bis zum 23. Dezember kann durchgängig von zehn bis 16 Uhr eingekauft werden. Ware wird auch geliefert. Ebenfalls ist der Kauf von vorweihnachtlichem Dekomaterial, wie trendige Baumscheiben, Schwedenfackeln und losen Tannenzweigen, möglich.

Verkaufszeit ist täglich von 9 bis 16 Uhr (auch an Wochenenden), bis zum 23. Dezember. Das Waldgebiet befindet sich zwischen Vluyn und Schaephuysen an der L140 (alte B 60) und ist ausgeschildert.