Schaephuysener Bürgerschützen feiern ein rauschendes Fest

Rheurdt: Schaephuysener Bürgerschützen feiern ein rauschendes Fest

Das Schützenfest vereint Tradition mit Innovation – und

Als König Mark Haever am Samstagabend sein Silber abnehmen ließ und seinen Hut vom Kopf nahm, wie seine Prinzgemahlin Martina Haever ihr Jäckchen ablegte, dachten die Besucher der Königsgala, sie würden die Tanzfläche im Festzelt „rocken“. Hatten sich doch auch seine jungen Minister von Jäckchen, Hüten und Ketten befreit: Daniela und Marcell Schüren genauso wie Christin Schnitzler und Philipp Benger. Dann tanzten sie gemeinsam zur Disco-Version von „Que Sera, Sera“. Sie drehten sich und warfen ihre Beine in die Höhe, 600 Festzeltbesucher, viele davon jung, spendeten frenetischen Applaus.

Die Tanzeinlage zur Disco-Version von „Que Sera, Sera“ könnte das Ereignis des Schützenfestes sein, das bei den Besuchern am längsten im Gedächtnis bleibt, weil sie symbolisch für den Bürgerschützenverein Schaephuysen steht. Sie schlägt einen Spagat zwischen Tradition und Innovation. Neben der Tanzeinlage gibt es beim Bürgerschützenverein von 1925, der sieben Jahre vor seinem 100. Geburtstag steht, gleich vier Premieren. Erstmals lud er drei Monate vor dem Schützenfest zum Königsschießen ein, nicht drei Wochen zuvor, wie sonst. „Der alte Thron hat das vorgeschlagen“, sagte Vorsitzender Hans-Jakob Wormann. „So bleibt mehr Zeit, sich vorzubereiten.“ Erstmals schossen die Schützen mit Armbrust und Bolzen um die Königswürde.

Erstmals betrieben sie das Festzelt in eigener Regie, nachdem sich der Festwirt zurückgezogen hatte. „Ohne das Festzelt würde es keine Kirmes geben“, stellte der Vorsitzende fest. „Für die Kinder und das gemeinsame Dorfleben ist die Kirmes wichtig. Das ist eigenes Engagement zum Erhalt eines aktiven Dorflebens.“ Zudem steht am Montag (17. September) eine Erneuerung des Kinderschützenfestes an, das um 15 Uhr im Festzelt beginnt und von einem Team um Pia Denk organisiert wird.

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Gleichzeitig lebt der Bürgerschützenverein die Tradition, die genauso wenig eine leere Hülle werden dürfe, wie der christliche Auftrag, wie Diakon Herbert Thielmann in seiner Predigt im Gottesdienst betonte, mit dem am Samstag das Schützenfest begann. So legten die Bürgerschützen, nachdem sie aus der Hubertuskirche ausgezogen waren, einen Kranz vor dem Ehrenmal nieder, um der Toten sowie der Opfern von Krieg, Gewalt und Verfolgung zu gedenken. „Es ist wichtig, an manchen Punkten inne zu halten“, unterstrich Hans-Jakob Wormann.

Am Sonntag holten die Schützen ihre jungen Majestäten und Minister ab, die das Procedere schon kennen, zum Beispiel Mark und Martina Haever. Der 40-jährige Garten- und Landschaftsgärtner sowie die 36-jährige Verwaltungsangestellte gehörten schon 2002 und 2010 als Ministerpaar dem Thron an. Bei der Parade am Sonntag zeigten sie den Schaephuysenern mit ihrem Lächeln, welche Freude sie am gemeinsamen Dorfleben haben.