Ein Ratsherr radelte in Neukirchen-Vluyn und fand Mängel auf Radwegen.

Neukirchen-Vluyn: Auf den Radwegen läuft nicht alles rund

Marterstrecken, lose Platten, Engstellen: Günter Zeller (SPD) fand Mängel.

Einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss beschlossen, das Klimaschutzmanagement unter der Leitung von Stephan Bauer für zwei weitere Jahre fortzusetzen. Von Günter Zeller, SPD, gab es allerdings auch ein paar Handlungsanregungen mit auf den Weg: „Neukirchen-Vluyn gibt sich immer so fahrradfreundlich. Dabei sind zahlreiche Radwege in unserer Stadt in keinem guten Zustand.“

Noch in der Ausschusssitzung nannte Zeller eine ganze Reihe von Beispielen. Als Rentner ist er viel und insgesamt gern mit dem Rad unterwegs, wie er sagt. Doch manchmal würde man dabei auf eine harte Probe gestellt. So ende am Bendschenweg nahe der Sparkassen-Filiale das Pflaster des Radwegs unvermittelt an einer Baustellenausfahrt in losem Sand. „Das ist selbst für geübte Radler eine harte Prüfung.“

Ebenfalls auf dem Bendschenweg in Richtung Max-von-Schenkendorf-Straße gleiche der Radweg einer Teststrecke für neue Geländefahrräder. Zahlreiche Huckel, vermutlich durch Baumwurzeln unterm Pflaster, zwängen Radfahrer dazu, den Lenker ganz festzuhalten. Ob lose Platten auf der Strecke vom Rathaus in Richtung Ernst-Moritz-Arndt-Straße oder wucherndes Grün entlang der Nieper Straße – Zeller hat all diese Stellen auf der interaktiven Karte eingetragen, auf der Bürger ihre Anregungen und Verbesserungshinweise für das Mobilitätskonzept notieren sollten. Mehr als 2500 Besucher wurden auf der Seite bisher gezählt.

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Bei der Recherche machten Passanten auf weitere Engstellen aufmerksam. So endet der rot gepflasterte Radweg des Vluyner Südrings am Abzweig zur Nieper Straße. Per Schild sind entlang der Nieper Straße auch Radfahrer auf dem Bürgersteig zugelassen. Wenn jedoch dort ein Herrchen seinen Hund an der Leine Gassi führt, kommt man nicht aneinander viorbei. Und: An der Max-von-Schenkendorf-Straße schwenkt der Radweg hinein in den Wartebereich einer Bushaltestelle. Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern sind vorprogrammiert.

„Ich freue mich über die Fortsetzung des Klimaschutzmanagements genauso wie über diese konstruktive Kritik“, sagte Stephan Bauer auf Nachfrage. Bis zum 21. September sei die interaktive Karte auf der städtischen Webseite verfügbar (www.buergerbeteiligung.de/neukirchen-vluyn). Danach würden die Anregungen ausgewertet und ein Handlungsprogramm für die Tiefbauabteilung aufgestellt. Dabei dürfe natürlich die Finanzsituation der Stadt nicht aus dem Auge verloren werden. „Wir können sicherlich nicht alle Verbesserungen für Radwege auf einmal durchführen“, so Bauer.