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Erntedankfest mit Mittelalter-Flair in Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn : Erntedankfest mit Mittelalter-Flair

„Neukirchen blüht auf“ hieß es im Dorfkern. Neben dem traditionellen Herbstfest wurde der Abschluss der Bauarbeiten an der Hochstraße begangen. Ein Mittelalter-Markt gehörte zu den Attraktionen.

„Neukirchen blüht auf“ – das Motto des Erntedankfestes im Dorf Neukirchen war in jeder Hinsicht passend: Nach über zwei Jahren werden die Bauarbeiten auf der Hochstraße demnächst abgeschlossen sein. Dass endlich wieder die heimelige Atmosphäre eines historischen Dorfkerns einziehen kann, war sicherlich ein Grund zum Aufatmen und Feiern für die Neukirchener. Und so freute sich Bürgermeister Harald Lenßen, das Wiederaufblühen des Dorfes mit der offiziellen Eröffnung der Hochstraße einzuleiten. Anschließend schloss er sich mit rund 50 weiteren Interessierten einer spannenden Dorfführung an.

Heide Schmitt und Peter Pechmann entführten die Gäste in die Vergangenheit, die durch einen Mittelaltermarkt auch erlebt werden konnte. Mittelalterliche Gesänge und Lautenklänge sowie Händler, Gastronomen und Kunsthandwerker im mittelalterlichen Gewand erschufen eine passende Atmosphäre. Holzspielzeug, Produkte aus Honig und Wolle, Steingut und Silberschmuck wurden angeboten. Pfeifenmacher, Drechsler und Schmied zeigten Beispiele ihrer Handwerkskunst. All diese Handwerke waren einst auch im Dorf ansässig gewesen. So erzählte Heide Schmitt, dass ein Drechsler im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Renovierung der Dorfkirche gespielt habe. Dass bei den Erdarbeiten dunkle Schichten mit Eisensulfat gefunden wurden, war der Beweis für die Existenz von zwei Schmiedefeuern im Bereich der Hochstraße.

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Quartiersmanager Peter Lessmann erläuterte bei dem Rundgang andere archäologisch interessante Funde, wie die Reste der ehemaligen Friedhofsmauer. Die Dokumentation dieser Funde war der Grund, weshalb sich die Bauarbeiten verzögert hatten. Selbstverständlich präsentierten sich auf der Hochstraße auch die aktuellen Initiativen mit handwerklichem Schwerpunkt: „Nähzimmer“, „Dorfmasche“ und „Repaircafé“ informierten über ihre Angebote. Bei einer Fahrradbörse wechselten Drahtesel vom Dreirad bis zum E-Bike den Besitzer. Erstmals zog sich das fröhliche Treiben von der Dorfkirche bis zum Grafschafter Platz. An rund 70 Ständen präsentierten örtliche Betriebe, Vereine und Institutionen, was Neukirchen bunt und sympathisch macht.

Auch diesmal durfte der Umzug der Vereine mit dem historischen Treckerkorso nicht fehlen. Die Landfrauen hatten eine wunderschöne Erntekrone gebunden und übergaben sie dem Bürgermeister auf der Bühne auf dem Grafschafter Platz. Dieser stand ganz im Zeichen des Heimat- und Verkehrsvereins, der bei der Organisation des Festes kräftig mit angepackt hatte.

Ein besonderer Programmpunkt war die Ehrung der Gewinner des Fotowettbewerbs „Blühender Vorgarten“: Holger Rusch, Nadja Riggio und Therese Gwosdek freuten sich über Einkaufsgutscheine und bekamen ihr Bild als Leinwand-Abzug überreicht. Stadtmarketing und Agenda 21 wollten mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass jeder etwas tun kann für Ökologie und Nachhaltigkeit.