Rheurdter Pastor setzt Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Rheurdt: Pastor Derrix setzt Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

„Wir sind mehr“ ist das Motto der Kirchennacht.

Zur „Nacht der offenen Kirchen“ am 28. September setzt Pastor Norbert Derrix ein deutliches Zeichen gegen den Rechtsruck und die in manchen Kreisen zunehmende Ausländerfeindlichkeit in der Gesellschaft. Er hat die Heilige Messe um 19 Uhr in der Finkenberger Kapelle unter das Motto des Protestkonzerts mit den Toten Hosen und weiteren Bands in Chemnitz gestellt: „Wir sind mehr“.

„Wir sind mehr als nur rechte Chaoten, die andere Menschen ausschließen wollen. Wir sind Menschen, die ihre Mitmenschen gerade auf der Flucht zuerst einmal willkommen heißen“, schreibt Derrix zur Erläuterung in einem Brief an die Gemeinde. Auch wenn sich das Zusammenleben manchmal schwierig gestalte – so gehöre man doch in das eine Haus, unter das Dach des Menschseins. Derrix sieht sich mit dieser Haltung auf einer Linie mit Papst Franziskus.

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Daher lädt Derrix alle Rheurdter ein, ein „Bekenntnis zur Menschlichkeit“ abzulegen. Dazu habe man in einer Demonstration – „wir sprechen in den Kirchen dann von einer Prozession“, so Derrix – am 28. September Gelegenheit. Um 18 Uhr werde sich die Gemeinde in der Rheurdter St. Nikolaus Kirche versammeln. Von dort werde sie betend, Texte hörend und schweigend zur Finkenberger Kapelle ziehen, um anschließend unter dem Motto einen Gottesdienst zu feiern.

Norbert Derrix ergänzt seine Einladung um eine Bitte, Gelassenheit walten zu lassen: „Vielleicht beginnt der Gottesdienst dort nicht so ganz pünktlich um 19.00 Uhr wie normal, vielleicht erst eine Viertelstunde später.“ Doch das Anliegen an sich werde der Gemeinde diese „Unpünktlichkeit“ verzeihen. Ob und wie es anschließend mit der Nacht der offenen Kirchen in Rheurdt weitergeht, lässt Derrix in seinem Einladungsschreiben offen. Er rät allen Teilnehmern, sich kurzfristig in den Medien zu informieren.