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Ein monatelanger Streit ging jetzt zu Ende.

Neukirchen-Vluyn : Die Info-Tafel zum Ehrendenkmal steht

Einordnung und Hinweise zu einem einstigen Kriegerdenkmal. NV AUF geht’s trägt die kompletten Kosten.

Am Neukirchener Kriegerdenkmal ist eine Zusatztafel aufgestellt worden. Sie ordnet das 1927 vom Bonner Bildhauer Dr. Karl Menser geschaffene Ensemble in die damaligen extrem nationalistischen Strömungen ein und endet mit den Worten „Von Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen, für Frieden, Demokratie und Freiheit!“ Dem Vorschlag von „NV AUF geht’s“ hatten im Juni im Stadtentwicklungsausschuss alle Parteien zugestimmt. Beim Text der Gedenktafel enthielt sich jedoch die CDU, der manche Formulierungen nicht zusagen.

Die Tafel wird durch eine Spende von „NV AUF geht’s“ finanziert. Form und Gestaltung entspricht den Gedenktafeln für die rund 1500 in Neukirchen-Vluyn eingesetzten Zwangsarbeiter. Ohne diese Ergänzung sei das Denkmal in Neukirchen missverständlich, hatte „NV AUF geht’s“ geltend gemacht. Die nationalistische und mit Blick auf den Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg „revanchistische“ Darstellung bedürfe dringend einer Erklärung. Zu Füßen einer vermeintlichen Heldenfigur, die starr zum einstigen Erzfeind Frankreich blickt, klammert sich ein sterbender Soldat an ein zerbrochenes Schwert. In Vluyn gibt es ein ähnlich martialisches Objekt desselben Künstlers. Dort ergänzt seit den 1980er Jahren ein Gedenkstein für die Opfer der Nationalsozialisten mit dem Satz von Dietrich Bonhoeffer: „Nicht durch Zertrümmerung, sondern durch Versöhnung wird die Welt überwunden.“

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Elisabeth Wannenmacher von „NV AUF geht’s“ sagte: „Es muss dem Versuch widerstanden werden, das Kriegerdenkmal zu Ehren der „Helden des I. Weltkriegs“ in ein Friedensdenkmal umzudeuten und damit die Geschichte des Faschismus und der Ursachen des zweiten Weltkriegs zu fälschen, der Millionen Menschen das Leben kostete. Es darf auch nicht in Vergessenheit geraten, dass Neukirchen-Vluyn mit Erich Neumann den ersten NSDAP-Bürgermeister in Preußen hatte.“ Daran erinnere dankenswerter Weise die Ausstellung im Museum der Stadt.

Mehrere Monate lang hatte die Politik zum Teil sehr emotional um die Zusatztafel gestritten. Ausgangspunkt war die Suche nach einem Namen für den Platz an der Andreas-Bräm-Straße. Als der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) den Vorschlag „Denkmalplatz“ machte, was er dafür heftig angegangen worden. Der HVV-Vorsitzende Hans-Peter Burs hatte darauf hingewiesen, dass das Monument zwar als Kriegerdenkmal gebaut worden sei, es jedoch heute als Mahnung für den Frieden angesehen werde: „Wir gedenken heute den Toten in allen Kriegen, allen die einfach so aus dem Leben gerissen wurden.“