Schaephuysenener mit Faustball-Virus infiziert

Rheurdt : Schaephuysener sind mit dem Faustball-Virus infiziert

Seit den 1970er Jahren wird der Mannschaftssport im Dorf gepflegt. Zwischenzeitlich war man sogar in der Bundesliga, heute wird in der Verbandsliga gespielt.

An die ersten Faustballspiele erinnert sich Michael Sonfeld (61) noch gut. In den 1970er Jahren etablierte Arno Lemken das Ballspiel. Lemkens Motto: „Wir machen mal anderen Sport.“ Sonfeld wohnte in unmittelbarer Nachbarschaft. „Wir haben uns damals vom Faustball-Virus anstecken lassen und ihn später an unsere Kinder weitergegeben“, sagt der Altersteilzeitler, der schon lange als Trainer die Fäden in der Hand hat und sich für den spielerischen Nachwuchs stark macht. Arno Lemken trainierte die Mannschaften und baute die Abteilung vor Ort auf. Der spielerische Erfolg nistete sich ein und katapultierte die Mannschaften auf Bundesliganiveau. „Heute spielen wir in der Verbandsliga“, sagt Sonfeld.

Wie in jeder Sportart steht und fällt das Training mit den Protagonisten. So gesehen haben die Faustballer Glück gehabt. „Unser Erfolg ließ sich auf Dauer nicht vermeiden“, sagt Sonfeld mit einem Augenzwinkern. Faustball fasziniert, weil der Mannschaftsgeist und das Gemeinschaftsgefühl stark ausgeprägt sind. „Vor allem sind die Spielregeln sehr schnell zu erlernen“, so Sonfeld. Faustball lässt sich mit fünf Spielern auf einem Halbfeld spielen. Dabei versucht die Mannschaft mit der Faust oder dem Arm den Ball ins gegnerische Feld zu schlagen. Ein Band in Höhe von zwei Metern teilt das Spielfeld. „Ähnlich wie beim Volleyball. Der Ball ist rund und tippt auf den Boden dabei“, bringt Sonfeld die Spielart mit Leistungspotential auf den Punkt.

Trainiert wurde über Jahrzehnte in der kleinen Turnhalle am Kornweg in Schaephuysen. „Dort hatten wir etwa ein Drittel der benötigten Fläche. Ein Grund, warum wir keine Heimspiele ausrichten konnten“, so Sonfeld. Dass die aktuelle Absichtserklärung der Politik, die sportlichen Möglichkeiten zu optimieren, begrüßt der Trainer. Er weiß jedoch auch um die Regeln der Mengenlehre. „Bei uns nimmt wie in anderen Bereichen des Vereinssport die Menge ab. Fusion ist heute die Lösung“, sagt Sonfeld. Die veränderte Schullandschaft sei ein Grund, eine Vereinszugehörigkeit wenig attraktiv, an körperlicher Fitness und Koordination mangelt es manchmal bei Kindern und Jugendlichen. „Hinzu kommt, dass sportlich Aktive als Jugendliche mit dem Sport einfach aufhören“, so der Trainer.

Geglückt ist die Vereinskooperation TV Asberg und Spielvereinigung Rheurdt-Schaephuysen, wo sich leistungsstarker Faustball-Nachwuchs versammelt. Trainiert wird in Schaephuysen in der Turnhalle, Kornweg, und auf dem Sportplatz in Rheurdt.

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