Awo-Kreisverband stellt in Neukirchen-Vluyn die Weichen neu.

Soziales in Neukirchen-Vluyn : Awo-Kreisverband stellt in Neukirchen-Vluyn die Weichen neu

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat bereits ein Jahrhundert Arbeit hinter sich und weiß, wo Menschen und Gesellschaft soziale, pädagogische und pflegerische Unterstützung brauchen. Ihre Jahresbilanz für den Kreisverband Wesel stellten am Wochenende Vorstand und Geschäftsführung im Neukirchener Klingerhuf vor.

„Die Awo ist für die Menschen da, und das im Ehrenamt“, so Bürgermeister Harald Lenßen zu Sitzungsbeginn. Im vergangenen Jahr waren es 16.357 freiwillig erbrachte Stunden. Die Dienstleistungen sind kompakt „und reichen von der Schwangerschaftsberatung bis in die Zeit nach dem Tod eines Menschen“, beschrieb Kreisvorsitzender Jochen Gottke die inhaltliche Ausrichtung, flankiert von der Arbeit in den zwölf Ortsvereinen, zwei Stützpunkten und 21 Begegnungsstätten. Rund 2200 Mitglieder hat der Verband. Der Rückgang mache Sorgen, ebenso die immer höheren Auflagen, die steigende Verantwortung der ehrenamtlich geführten Begegnungsstätten, so Gottke. Die Zeichen im Kreisverband stehen auf Veränderung und läuten eine neue Ära ein. Zukünftig wird ein dreiköpfiger hauptamtlicher Vorstand die Geschicke lenken. Am heutigen Montag werden der seit 21 Jahren ehrenamtlich arbeitende Awo-Vorsitzende Jochen Gottke Vorstandvorsitzender, der bisherige Geschäftsführer Bernd Kwiatkowski sein Stellvertreter. Christa Kirchhoff ist die Dritte im Bunde. Am Samstag stellte die Versammlung dem dann hauptamtlich arbeitenden Vorstand einen ehrenamtlichen Aufsichtsrat an die Seite, an dessen Spitze der Moerser SPD-Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim als Präsident steht, unterstützt von Willi Brechling und Sonja Gildemeister sowie weiteren Beisitzern. „Die Versammlung hat über den Aufsichtsrat einstimmig entschieden“, so Gottke am Samstag im RP-Gespräch. In seinem Vorstandsbericht erläuterte er zuvor der Versammlung die Notwendigkeit der Neuausrichtung. Eine Satzungsänderung hatte diese Umstrukturierung ermöglicht. Maßgeblich sei der demografische Wandel, der die kommunale Infrastruktur herausfordere. Steigende Geburtenzahlen verlangen nach mehr Kindertagesstätten, schulischer Betreuung, Kinder-, Jugend- und Familienhilfen bis hin zur stationären Betreuung in Awo-Seniorenzentren inklusive quartiersnaher ambulanter Pflege. Gerade hat der Kreisverband die 24. Kindertagesstätte in Wesel in Betrieb genommen. Auch räumlich verändert sich der Verband. 2021 übernimmt er in Moers das Enni-Verwaltungsgebäude. Positiv die Geschäftsentwicklung mit rund 53 Mio. Euro Umsatz eines über 1200-köpfigen Unternehmens, das sich als Sozialverband unter der Prämisse „Helfen mit Perspektive“ verbunden mit sozialem und politischem Engagement versteht.

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