Am Fuß der Halde in Neukirchen-Vluyn ist die Welt in Ordnung.

Festival in Neukirchen-Vluyn : Am Fuß der Halde ist die Welt in Ordnung

Neukirchen-Vluyns Techno-Festival fand am Samstag zum elften Mal statt. Die Fans kommen gerne und nehmen auch Regen in Kauf. Organisiert wird „Heile Welt“ von Tobias Schladitz, der als Toby Montana auch selbst auflegt.

Die Stimmung ist irgendwo zwischen Riesenparty und kleinem Festival beim elften „Heile Welt Open Air“ am Fuß der Halde Norddeutschland. Etwa 3000 überwiegend junge Fans der Techno-Musik haben am Samstag bis in die Nacht hinein getanzt, gelacht und gefeiert. „Man fühlt sich irgendwie frei bei der Musik“, sagt ein Besucher. Die Bässe wummern, bis der ganze Brustkorb mit vibriert. Es gibt auf dem Gelände drei Bühnen, 18 DJs aus Deutschland, den Niederlanden, Italien legen auf: eine Mischung aus unbekannteren Liedern und bekannten Stücken – „obwohl wir auch nicht voll Mainstream sind“, sagt Tobias Schladitz, der Veranstalter von „Heile Welt“. Unter seinem Künstlernamen Toby Montana legt er gegen Ende selbst auf. Seine Musik hat er als 16-Jähriger in den Clubs auf Ibiza gefunden: „Dann hat‘s ,bzzt’ gemacht und ich war drin“ in der Techno-Musik. „Ich mache seitdem nichts anderes“, sagt er und lacht.

DJ zu sein, sei Kunst, sagt er. Man müsse nicht nur zur richtigen Zeit das spielen, was die Leute hören wollen, sondern dem Ganzen seine persönliche Note geben, mit vielen Leuten zusammenarbeiten und „man muss sich auch eine Marke aufbauen als DJ“, erklärt Toby Montana. Eine Veranstaltung wie das Festival „Heile Welt“ zu organisieren ist eine große Investition und damit ein Risiko, sagt er. Tobias Schladitz ist aber sehr zufrieden mit dem Verlauf des Veranstaltungstages. Das Wetter ist wunderbar, nur am Abend regnet es für etwa eine Stunde. Das stört aber keinen wirklich. „Der Regen war nicht schlimm“, sagt eine junge Erwachsene. Was sie gemacht habe? „Na weitergetanzt!“ Die empfindlicheren Feiernden stellen sich am Bierwagen oder unter den Bäumen unter, irgendjemand hat eine dünne Plastikfolie mitgebracht, unter denen dicht gedrängt etwa 25 Menschen sicher vor dem Regen sind. Wie eine Schildkröte schieben sie sich zum Bierwagen und dann zurück auf die Tanzfläche.

Aber eine Bühne ist wegen des Regens für kurze Zeit stumm – Wasser ist in eine Steckverbindung geraten, es geht gar nichts mehr. Mit dem Ausschlussverfahren sucht das Team das genaue Problem, dann kann Phil Fuldner seinen Auftritt fortsetzen.

„Manchmal ist eine Unterbrechung ganz witzig“, sagt er hinterher, „man kann den Tisch abwischen, sich neu aufstellen, aber das war zu lang.“ Trotzdem hat er seinen Spaß. „Heile Welt ist eine verlässliche Party“, sagt Fuldner.

Also bis zum nächsten Jahr.

Mehr von RP ONLINE