Moers: Soul, Funk und Pop, der ins Ohr geht

Bandwettbewerb „Deine Bühne“ : Soul, Funk und Pop, der ins Ohr geht

Zehn Bands aus der Region treten beim Wettbewerb „Deine Bühne“ auf. Wir stellen sie vor – dieses Mal: ISSYfinest“ spielen eigene Songs für Bauch, Beine und Po“. Mit dem Song „Darling“ gewann sie einen Radio-Contest.

Die Idee zum Song „Darling“ hatte Sängerin Jutta Rautenberg. So spielte sie den Jungs auf der Gitarre vor und unterlegte sie mit Versen. Gitarrist Henryk Klimowicz untermalte sie mit Riffs, Drummer Klaus Sonntag mit Takt und Bassist Stephan Schulz mit Groove. Keyboarder Michael Langenbrink rundete alles ab. Das Ergebnis ist der Song „Darling“, mit dem die Gruppe „ISSYfinest“ Mitte März den wöchentlichen Radio-Contest WDR-2-Pop gewann.

„Drei Bands kommen jede Woche durch die Vorauswahl“, sagt Bandsprecher Klaus Sonntag. „Eine davon zu sein, ist für eine neue Band etwas Besonderes. Von den Zuhörern gewählt zu werden und zu gewinnen, ist eine Auszeichnung.“ Ein Geheimnis ihrer Musik ist der Refrain. „Der Refrain ist mir in den Kopf gegangen“, beschreibt Bassist Stephan Schulz dieses Geheimnis, der mit 48 Jahren der Benjamin der Band ist.

„Nach der Probe bin ich bis weit nach Mitternacht wach geblieben. Ich konnte nicht einschlafen, weil dieser Ohrwurm mir einfach nicht aus meinem Kopf wollte.“

Das geht auch anderen Menschen so. Zum Beispiel tanzten Anfang Mai die Zuhörer im „Kunstwerk2“ in Wesel spontan mit, als die Band „Dance, Dance, Dance“ anstimmte, einer ihrer jüngeren Songs. „Dabei haben fast alle den Song zum ersten Mal gehört“, blickt Gitarrist Henryk Klimowicz zurück, der mit 61 Jahren der Balthasar ist. „Die Refrains gehen in Bauch, Beine und Po. Wir versuchen immer, so „groovy“ wie möglich zu spielen. Die Besucher können einfach abfeiern.“

Schon zehnmal konnten die Band die Besucher zum Abfeiern anfeuern. „Wir haben uns erst im November 2018 gegründet“, erzählt Schlagzeuger Klaus Sonntag. „Wir haben sofort angefangen, eigene Ideen umzusetzen. Heute spielen wir 19 eigene Songs.“

Auch wenn die Band erst ein halbes Jahr alt ist, machen alle Musiker bereits mehrere Jahrzehnte Musik. Sängerin, Gitarrist und Schlagzeuger gehörten vorher der Band „ISSYfine“ an, die sich 2008 gegründet hatte.

„Ich war damals in Guinea in Westafrika“, berichtet Jutta Rautenberg über die Namensfindung. „Ein junger Afrikaner sprach Afrikanisch und Französisch, wir konnten nur Deutsch und Englisch. Auf Englisch haben wir „it’s fine“ gesagt. Er hat daraus „issy fine“ gemacht. Das war die Idee, unsere Band so zu nennen.“

Nach der Neugründung wurde aus „ISSYfine“ „ISSYfinest“, weil wir die „Musik verfeinert haben“, sagt die Sängerin. In diese Musik gehen Funk, Soul, Reggae, Blues, Rock, Pop und Jazz ein. „Wir spielen alles, außer Volksmusik und Heavy Metal“, schmunzelt Keyboarder und Akkordeonspieler Michael Langenbrink. „Wir haben eine Wellenlänge. Jeder kann sich auf den anderen verlassen.“

So ist das Lampenfieber schnell vorbei, das die Musiker vor jedem Auftritt haben. „Lampenfieber ist ein guter Antrieb, sich perfekt vorzubereiten“, erzählt Jutta Rautenberg. „Auf der Bühne ist es nach 20 Sekunden vorbei. Wenn ich den ersten Refrain gesungen habe, ist es verflogen. Zwei Stunden Konzert vergehen dann wie im Flug. Den Applaus der Konzertbesucher zu bekommen, ist mit Geld nicht zu bezahlen.“

Mehr von RP ONLINE