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Moers: Moerser Feuerwehr plant Unterstützungseinheit

Moers : Moerser Feuerwehr plant Unterstützungseinheit

Die Feuerwehr will die Aufnahmeregeln ändern. Wer die Brandschützer künftig unterstützen will, soll nicht mehr zwingend am aktiven Dienst teilnehmen müssen. Der Stadtrat berät Anfang Juli darüber.

Ein uraltes Gesetz der Feuerwehr steht vor dem Aus - und das freut die Kameraden in Moers. Die Freiwillige Feuerwehr der Grafenstadt will zukünftig auch Personen aufnehmen, die nicht am aktiven Einsatzdienst teilnehmen können oder wollen. Der Personal- und Feuerwehrausschuss hat diese Woche dem Hauptausschuss und Rat einstimmig einen entsprechenden Beschluss vorgelegt. "Besonders im EDV-Bereich gibt es heute eine Vielzahl neuer Aufgaben bei der Feuerwehr", sagt Christoph Rudolph, Chef der Moerser Feuerwehr. "Es spricht meines Erachtens nichts dagegen, dafür auch jemanden in Betracht zu ziehen, der nicht Löschen und Retten kann, weil er dafür zum Beispiel nicht die körperlichen Voraussetzungen mitbringt." Anfang Juli wird der Stadtrat entscheiden, ob auch die Moerser Feuerwehr eine so genannte Unterstützungseinheit gründen darf.

Die Grundlage dafür legte 2016 das Innenministerium des Landes im Rahmen der Förderung des Ehrenamtes mit mehreren Millionen Euro. Die neu verabschiedete Feuerwehrordnung, das Gesetz über Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) sollte die Löschzüge in NRW fit für die Zukunft machen. Dort wird auch die Möglichkeit aufgeführt, eine Unterstützungseinheit aus Ehrenamtlichen ins Leben zu rufen, die nicht die klassische Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr absolviert, dort aber trotzdem Aufgaben übernehmen darf. Die Einheit ist damit ebenso in die Feuerwehr eingegliedert wie die Ehrenabteilung oder die Jugendfeuerwehr.

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"Das hilft uns ungemein und ist eine sinnvolle Idee für die Zukunft", sagt Rudolph. "Stellen Sie sich jemanden vor, der im hohen Alter einfach nicht mehr am aktiven Dienst teilnehmen kann. Der konnte uns bisher nicht beitreten, möchte die Feuerwehr aber vielleicht gerne im Büro unterstützen. Oder Leute, die sich hervorragend mit Technik auskennen, aber bei Einsätzen eben nicht dabei sein wollen. Natürlich können wir die brauchen."

Die Einheit soll die Kollegen im aktiven Dienst entlasten, die bisher für alle Aufgaben zuständig waren. Bei einer internen Umfrage hat sich im vergangenen Jahr eine breite Mehrheit unter den Zugführern für die neue Regel ausgesprochen. "So können alle, die zum Löschen rauswollen, sich auch genau darauf konzentrieren", sagt Rudolph. Wie groß der Trupp aus Ehrenamtlichen am Ende sein wird, ist bisher unklar. "Es geht da nicht um große Herrscharen, aber ein paar Interessenten haben wir schon, unter anderem in Hülsdonk. Dort will jemand den Löschzug im Einsatz bekochen, ohne aber selbst im aktiven Dienst zu sein." Denkbar seien auch Tätigkeiten in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit oder in der Logistik.

Rudolph ist zuversichtlich, dass der Stadtrat die Einheit bewilligen wird. "Bei den Kosten geht es vergleichsweise um kleine Beträge", sagt er. Durch die neuen Mitglieder fallen laut Feuerwehrausschuss in den kommenden Jahren knapp 6000 Euro an, das meiste davon für Uniformen und Versicherungen. Im kommenden Haushalt wurden die Gelder bereits angemeldet.

(atrie)