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Moers: Die aufwendige Arbeit der Papier-Restauratoren

Moers : Die aufwendige Arbeit der Papier-Restauratoren

Elbflut 2002: Das Hochwasser drang damals in den Dresdener Zwinger ein und zerstörte dort unersetzliche Dokumente. Zwei Jahre später gingen bei einem Brand der Weimarer Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek Tausende alter Bücher in Flammen auf oder wurden so nachhaltig beschädigt, dass sie nicht mehr restauriert werden konnten. Schließlich vor fünf Jahren: der Einsturz des Kölner Stadtarchivs und damit verbunden die Vernichtung eines großen Teils der dort dokumentierten Stadtgeschichte.

Drei dramatische Ereignisse, die den Blick auf eine meist eher im Stillen stattfindende Arbeit gerichtet haben, das Sammeln und Pflegen unseres schriftlichen Kulturgutes in städtischen, kirchlichen und anderen archivarischen Einrichtungen.

Doch nicht nur dramatische Ereignisse gefährden den Erhalt von alten Schriftstücken, Urkunden, Stadtplänen oder Stammbüchern, wie eine ungewöhnlich interessante Ausstellung seit diesem Montag in der Eingangshalle des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums in der Wilhelm-Schroeder-Straße 10 zeigt. Auf Stelltafeln zeigt der 1989 von der Archivberatungsstelle des Landschaftsverbandes Rheinland gegründete "Arbeitskreis Nordrhein-Westfälischer Papierrestauratoren" die Ausstellung "Papier ist nicht geduldig". Sie zeigt bis zum 3. September, mit welchen zum Teil recht aufwendigen Mitteln sie und ihre Kollegen das "schriftliche Gedächtnis" unser abendländischen Kultur aufrecht zu erhalten versuchen. Dabei kämpfen sie, zum Glück nur selten mit größeren Katastrophen. Auch profane Zerstörer wie Feuchtigkeit, saure Schwefelluft, Schimmel, Licht, die Folgen falscher Lagerung und sogar die Ozonausdünstungen von Kopiergeräten sorgen für Probleme.

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So zeigt eine Tafel zum Beispiel die verschiedenen Techniken zum Erhalt alter Fotografien, und eine andere, was alles bei der Restaurierung und anschließenden Neulagerung von Pergamenturkunden und deren Siegel beachtet werden muss. Die mit anschaulichen Bildern und gut verständlichen Texten versehenen elf Ausstellungstafeln wandern derzeit durch ganz Deutschland.

"Wir wollen damit die Öffentlichkeit für die teilweise sehr aufwendigen Bemühungen sensibilisieren, die für den Erhalt wichtiger stadtgeschichtlicher Quellen notwendig sind", erklärte der Moerser Stadtarchivar Christoph Spilling.

Als zusätzlichen Hingucker hat er die Ausstellung deswegen mit einer Glasvitrine ergänzt. In dieser ist neben dem Titelblatt einer städtischen Haushaltsrechnung aus dem Jahr 1609 auch eine Ausgabe des "Boten für Stadt und Land" vom 25. Oktober 1949 der damals schon existierenden "Rheinischen Post" zu sehen.

(lang)