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Moers: ADFC moniert Radwege - Verwaltung wehrt sich

Moers : ADFC moniert Radwege - Verwaltung wehrt sich

Der Fahrradclub-Vorsitzende Volker Vorländer kritisiert Wege in Moers, die gefährlich oder sanierungsbedürftig sind. Die Stadt verspricht Verbesserungen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.

"Die Fahrradfahrer haben in Moers keine Lobby." Ein hartes Zeugnis, das Volker Vorländer, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) für Moers und Neukirchen-Vluyn, im Gespräch mit unserer Zeitung der Stadt attestiert - ausgerechnet der Stadt, die sich mit der Auszeichnung "Fahrradfreundliche Stadt" schmückt. Aber stimmt das?

Die Stadt jedenfalls wehrt sich dagegen, keine offenen Ohren für Radfahrer zu haben und verspricht auch in Zukunft weiterhin die Mobilität für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern und die Wege sicherer zu gestalten. "Wir geben zu, dass in den vergangenen zwei Jahren nicht viel für den Radverkehr getan wurde, davor gab es aber einen enormen Fortschritt", sagt Nadine Beinemann, Fachdienstleiterin für "Straße und Verkehr".

Vorländers Empfinden nach, gebe es in der Stadt neuralgische Punkte, an denen die Radfahrwege entweder vernachlässigt wurden oder es bei der Planung der Umgestaltung versäumt wurde, sie fehlerfrei zu planen. Als Beispiel nennt der ADFC-Vorsitzende die Kreuzung an der Homberger und Klever Straße, die neuen Markierungen an der eben erst sanierten Rheinberger Straße und die sanierungsbedürftige Bahnhofstraße in Kapellen (Bild).

Schon vor rund einem halben Jahr hat Vorländer dort den Radweg und die Fahrbahn moniert, geschehen ist bisher nichts. "Der Fahrweg beträgt für Radfahrer nur wenige Zentimeter - da muss man notgedrungen auf die Pkw-Fahrbahn ausweichen", sagt Vorländer.

Grund sei die Finanzierung. "Man kann die Straße jetzt aufreißen, sanieren und in drei Jahren dann noch einmal, weil dann die Kanäle erneuert werden", sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder. "Oder wir warten aus Kostengründen und machen beides in einem günstigen Zug. "Moers befindet sich im Nothaushalt - alles ist eine Frage der Finanzierbarkeit", erläutert Schröder.

Auf dem selben Prinzip beruht die Erneuerung der Fahrbahndecke an der Rheinberger Straße in der Innenstadt. Auch da habe man gewartet, bis die Kanäle saniert werden mussten. An dieser Stelle würde aber an der nötige Schutzstreifen zwischen Fahrbahn und Radweg fehlen, beziehungsweise nicht breit genug sein, sagt der ADFC-Vortsitzende. Beinemann erklärt, dass es sich im Prinzip aber nur um eine Stelle handele und in kurzer Zeit verbessert werde. Zudem wird an der Rheinberger Straße ein Parkplatz gegenüber der Gabelsbergerstraße wegfallen. "Dadurch entsteht ein sicherer Übergang für die Schulkinder des Adolfinums und der Hermann-Runge-Schule."

Eine weitere Gefahrenstelle sieht Vorländer an der Homberger Straße. Dort werden Radfahrer von dem über den Bordstein verlaufenden Radweg über eine rot markierte Fläche auf die Hauptverkehrsstraße in den Kreuzungsbereich geführt. "Auf der Kreuzung hört die rote Fläche aber abrupt auf", sagt Vorländer. Radfahrer seien dann verunsichert, wüssten nicht wo sie "hingehören", wenn sie geradeaus in die Einbahnstraße Richtung Königlichen Hof fahren. "Die Kreuzung, sowie die Einbahnstraße sind damals mit dem ADFC abgesprochen worden. Auch Volker Vorländer war an den Planungen beteiligt", betont die Verkehrsplanerin. Die Pläne seien allerdings schon vor sieben Jahren in Auftrag gegeben worden, damals seien die Statuten noch andere gewesen, als sie es jetzt sind. Zudem seien die Statuten, nur eine Empfehlung. "Es ist kein Muss, man kann sich daran orientieren."

(RP)