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Mönchengladbach: So bindet Schuh-Siemes seine Mitarbeiter

Mönchengladbach : So bindet Schuh-Siemes seine Mitarbeiter

Er hat den Schuhverkauf revolutioniert und ist jetzt von seinen Mitarbeitern zu einem der beliebtesten deutschen Arbeitgeber gekürt worden: Heinz-Willi Siemes weiß genau, was seiner stetig wachsenden Kette den Erfolg sichert.

Heinz-Willi Siemes hat eine Reihe von Gründen, sich zu freuen. Er hat aus dem kleinen Schuhgeschäft seiner Eltern an der Eickener Straße einen der großen Player der Branche gemacht: Bis zum Ende des Jahres werden zum Unternehmen knapp 160 Filialen zählen, in denen 4650 Menschen arbeiten. Er hat gleich zweierlei geschafft, was wirklich große Unternehmer auszeichnet. Mit seiner Idee, Schuhgeschäfte in exorbitanter Größe mitten auf die grüne Wiese zu setzen, hat er ein Geschäftsmodell neu erfunden. Und vielleicht noch wichtiger: Der Erfolg seiner revolutionären Idee ist ihm nicht zu Kopf gestiegen. Er hat sein Unternehmen zwar stetig, aber langsam wachsen lassen und arbeitet bis heute lieber, als sich für sein unternehmerisches Tun feiern zu lassen.

An diesem Morgen freut sich Siemes aber nicht über die jüngsten Fähnchen in der Deutschland-Karte, die die Filialen kennzeichnen, sondern über eine dicke Unterschriftenmappe. Mehr als 40 von ihm unterschriebene Glückwunschschreiben gehen gerade an Betriebsjubilare heraus. Dass sich viele seiner Mitarbeiter im Unternehmen gut aufgehoben fühlen, hat Siemes seit dieser Woche schriftlich. Als einziges Mönchengladbacher Unternehmen taucht der Schuh-Riese im Focus-Ranking als einer der besten deutschen Arbeitgeber auf. Das hat selbst Siemes, der sonst alles aus seinem Unternehmen weiß, überrascht. Die Mitarbeiter sind per Internet befragt worden; konnten zudem auf einer Arbeitgeber-Bewertungsplattform ihr Votum abgeben.

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Wirklich gewundert hat Siemes indes das Urteil seiner Mitarbeiter nicht. Denn so wie die Unternehmensentwicklung geht Siemes auch die Mitarbeiterbindung systematisch an. "Wir helfen unseren Mitarbeitern bei medizinischen und finanziellen Problemen", sagt Siemes. Was das konkret bedeutet, erklärt Personalchefin Martina Storms: "Wir haben ein großes Netzwerk an Ärzten, mit denen wir kooperieren. Wir können dafür sorgen, dass ein Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit ein MRT oder ein CT bekommt." Auch kleine Darlehn für kurzfristig in Not geratene Mitarbeiter vergibt der Firmenchef. All das sind in der Wirkung nicht zu unterschätzende Vorteile in einer Branche, die den Mitarbeitern in anderen Bereichen nur bedingt Flexibilität bieten kann. Denn die Kunden kommen unter der Woche besonders gern am Abend zum Schuhekaufen; entsprechend werden in den Abendstunden besonders viele Verkäuferinnen benötigt.

Die Zahl der Mitarbeiter wird auch in diesem Jahr weiter steigen. Die Baugenehmigungen für sechs weitere Märkte sind da. Dafür gibt es keine Siemes-Filialen mehr in Spanien. An 15 Standorten war der deutsche Schuh-Riese vertreten. Doch das rentierte sich nicht. So bleiben die Geschäfte in Luxemburg die einzigen jenseits der Grenze. Wachsen wird das Unternehmen gleichwohl weiter. In Mittel- und Süddeutschland gibt es Regionen, in denen Siemes eher spärlich vertreten ist. Und da gerade einige Bewegung im deutschen Markt der Schuh-Händler ist, wird Heinz-Willi Siemes wohl bald schon wieder weitere Fähnchen für die Deutschland-Karte brauchen.

(RP)