1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Bürgern "stinken" die vielen Hundehaufen

Mönchengladbach : Bürgern "stinken" die vielen Hundehaufen

Geldbußen, Bello-Boxen, Appelle – so sollen Hundehalter dazu gebracht werden, den Kot ihrer Tiere nicht in Parks und auf Straßen liegenzulassen. Doch trotz aller Bemühungen von Stadt, "Clean up" und Hundelobby wird es nicht besser.

Geldbußen, Bello-Boxen, Appelle — so sollen Hundehalter dazu gebracht werden, den Kot ihrer Tiere nicht in Parks und auf Straßen liegenzulassen. Doch trotz aller Bemühungen von Stadt, "Clean up" und Hundelobby wird es nicht besser.

Die junge Frau, die mit drei Hunden durch den Hugo-Junkers-Park geht, stoppt mitten im Gelände. Der Grund: Einer ihrer Vierbeiner setzt einen Kothaufen aufs neu gestaltete Grün. Die junge Frau holt eine Plastiktüte heraus, packt darin die Hinterlassenschaft des Hundes ein und entsorgt die Tüte in einem Abfalleimer. Vorbildlich. Doch leider verhalten sich nicht alle Hundehalter im Hugo-Junkers-Park so. Das ist in der Nähe des neuen Spielplatzes zu sehen: Mehrere Hundehaufen "zieren" das Gelände, auf dem Mädchen und Jungen des benachbarten Kindergartens spielen sollen.

Wer in der Stadt unterwegs ist, sieht viele Hundehaufen: in Parks, an Baumscheiben, auf Bürgersteigen. "Gehen Sie durch Neuwerk und zählen Sie die Hundehaufen. Und wagen Sie es nicht, Hundehalter auf die Schweinerei anzusprechen. Sie laufen Gefahr, übelst beschimpft zu werden", schrieb uns Norbert Zilkens. Dabei kann es für den Hundehalter erhebliche finanzielle Konsequenzen haben, wenn er den Kot liegenlässt. Wer von Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOS) erwischt wird, muss 35 Euro Verwarngeld zahlen. Im Wiederholungsfall drohen Geldbußen bis 1000 Euro. Und die KOS-Mitarbeiter greifen durch: Im Vorjahr leiteten sie gegen Hundehalter deswegen 41 Verfahren ein.

  • Fotos : Hunde specken im Fitness-Center ab
  • Mönchengladbach : Heftige Debatten über Hunde-Verbot
  • Der Unmut einiger Anwohner in Hockstein
    Freilaufflächen in Mönchengladbach : Immer wieder Streit um Hundewiesen

Doch der KOS kann nicht überall sein. "Zwölf Leute sind ja auch zu wenig. Und der KOS hat noch andere Aufgaben", sagt Eugen Viehof, Vorsitzender von "Clean up". Der Verein will die Sauberkeit in der Stadt verbessern, hat rund 250 Bello-Boxen finanziert und dafür 200 Paten gefunden: Die Boxen werden in Parks und Grünanlagen aufgestellt, von Paten mit Plastiktüten bestückt, die Hundehalter herausziehen und darin den Kot ihres Tieres aufnehmen können. Viehof: "Wir mussten Durststrecken überstehen, aber nun funktioniert es." Eine Million Tüten werden jährlich aus den Boxen gezogen — manche Hundehalter bedienen sich zu üppig. "Die nehmen die ganze Rolle mit. Das macht den Paten Arbeit und sorgt für zusätzliche Kosten", ärgert sich Viehof. Doch er kennt auch das Kardinalproblem: Das wird hervorgerufen durch die Hundehalter, die die Notdurft ihres Tieres nicht entsorgen. Und das sind viele. "Ihnen müssen wir konsequent die Rote Karte zeigen", sagt Viehof.

Dass vor allem in Citylagen viele unvernünftige Hundehalter unterwegs sind, ist sichtbar. Die GEM reinigt hier zwar intensiv und schickt dabei auch Mitarbeiter mit Handkarren, die Abfall in den Ecken aufkehren. Doch das scheint nicht auszureichen. Die CDU will sich für mehr Sauberkeit einsetzen und die GEM zu einem "Kompetenzzentrum für Sauberkeit" machen. "Sparen an dieser Stelle ist falsches Sparen", sagt CDU-OB-Kandidat Hans Wilhelm Reiners. Eine Möglichkeit sei es, das Reinigungspersonal aufzustocken. Reiners: "Und wir sollten über eine Kampagne nachdenken, um die Menschen zu erreichen, die gegen Regeln verstoßen."

Die Hundelobby, ein Zusammenschluss von mehr als 1500 Gladbacher Hundebesitzern, hat er auf seiner Seite. "Eine Katastrophe, wie sich einige Hundehalter verhalten. Viele unserer Mitglieder sind Bello-Boxen-Paten. Was die sich mitunter von unvernünftigen Hundehaltern anhören müssen — schlimm", sagt Ehrenvorsitzender Gerd Gröne-Gormanns. Sein Nachfolger als Chef der Lobby, Jürgen Schöttler, plant in den nächsten Wochen eine Aktion, die als Appell an die Unvernünftigen gedacht ist: Er markiert in der Stadt Hundehaufen mit Fähnchen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mönchengladbachs Wutpunkte

(RP)