Erkrath: Weichen fürs Leben gestellt

Erkrath : Weichen fürs Leben gestellt

An einigen Schulen in NRW kann Informatik wegen fehlender Lehrer nicht unterrichtet werden. Gymnasium Hochdahl geht eigene Wege. PC-Unterricht in Kooperation mit der Volkshochschule.

Es ist 15 Uhr Nachmittags. In den Computer-Räumen des Gymnasiums Hochdahl sind alle Plätze besetzt. Konzentriert sitzen die Schüler vor den Bildschirmen und arbeiten. Eine Atmosphäre, die im Vormittags-Unterricht nicht gerade selbstverständlich ist. „Was haben wir Mittwochs in der dritten Stunde fragt Jasmin ihre Sitznachbarin. „Mathe“, schallt es zurück. „Ach ja“, erinnert sich die Achtklässlerin und trägt es in die Tabelle ein.

Großes Interesse

Die Gruppe erstellt gerade ihren Stundenplan mit Hilfe von Excel, während die Unterstufenschüler im Nebenraum die Symbole auf der PC-Tastatur lernen. „Strg, Alt und E ergibt das Euro-Zeichen“, lernen die Kids von VHS-Dozent Guido Seidlitz. Das hat noch keiner gewusst. Schulleiter Dieter Smolka sieht dem Treiben interessiert zu. „Der sichere Umgang mit Computern wird fast überall vorausgesetzt. In Kooperation mit der Volkshochschule Erkrath bietet das Gymnasium Hochdahl seit Beginn dieses Schuljahres PC-Kurse für Schüler an. Die VHS-Dozenten Heike Nowak Händler und Guido Seidlitz leiten die neuen Arbeitsgemeinschaften für die Programme Word, Excel sowie Powerpoint.

„Das Interesse der Schüler war unglaublich groß“, freut sich Smolka. Die jeweils 15 Plätze in fünf angebotenen Seminaren waren schnell ausgebucht. Auch Florian möchte seine Computerkenntnisse auf Vordermann bringen. „Das wird doch überall verlangt. Außerdem macht es Spaß.“ Oft müssen die Schüler Hausaufgaben oder Referate in schriftlicher Form abgeben. „Manchmal wird sogar eine Powerpoint-Präsentation erwartet.“ Informatiklehrer Manfred Knoche sieht in der Zusammenarbeit zwischen Schule und VHS weitere Vorteile.

Gute Unterstützung

„Das Fach Informatik kann an einigen Gymnasien in NRW nicht mehr richtig unterrichtet werden, weil die Lehrer fehlen. Bei uns ist es zum Glück noch nicht so schlimm.“ Die AG´s seien eine gute Unterstützung. Zusätzlich wurde ein Internet-Cafe eingerichtet, welches den Schülern in Freistunden oder in der Pause offen steht. Momentan besitzt die Schule 80 Computer.

„Wir sind wirklich gut ausgestattet, da können wir uns nicht beschweren“, sagt Knoche. Nach Ende der vierstündigen Kurse bekommen die Gymnasiasten ein Zertifikat. „Das macht sich später in der Bewerbungsmappe gut“. Außerdem schaffe es Motivation. Sollte das Interesse bleiben, will die Schule Aufbaukurse anbieten. Doch daran besteht bei Smolka kaum Zweifel. „Wir hatten schon Anfragen von Eltern, die gerne mitgemacht hätten.“

(RP)
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