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Mettmann: Lebensretter durch Spende

Mettmann : Lebensretter durch Spende

Der Mettmanner Markus Körsgen hat einer Leukämie-Patientin Stammzellen gespendet. Die Frau bekämpfte so erfolgreich ihren Krebs. Sein Hausarzt Dr. Thomas Nasse wirbt dafür, dass sich viele Menschen typisieren lassen.

Markus Körsgen (25) hat einem Menschen das Leben gerettet. Und zwar mit einer Blutstammzell-Spende. Eine 75-jährige Frau aus Belgien litt an Leukämie. Sie war dringend auf gesunde Blutstammzellen angewiesen. Mit den Stammzellen von Markus Körsgen konnte sie den Krebs erfolgreich bekämpfen und lebt.

Rettungssanitäter bei der Wehr

Der Mettmanner arbeitet als Rettungssanitäter bei der Feuerwehr in Haan. Als ein Kamerad der Berufsfeuerwehr Wuppertal im Jahr 2009 an Leukämie erkrankt war, ließen sich Körsgen und viele andere Feuerwehrleute typisieren. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) gab Körsgen eine Speichelprobe ab. "Nach einigen Wochen erhielt ich einen Brief von der DKMS und einen Mitgliederausweis", sagt er. Er war in der Datei gespeichert. "Es vergingen wieder mehrere Monate, als ich erneut Post bekam. Die Überraschung war groß, als mir mitgeteilt wurde, dass meine Merkmale zu 50 Prozent mit einem Leukämiepatienten übereinstimmen", sagt er.

Sein Hausarzt Dr. Thomas Nasse aus Mettmann wurde nun in den "Hilfskreislauf" mit eingebunden. "Wir haben über die Spende gesprochen." Benötigt ein Patient eine Fremdspende, so richten sich die behandelnden Ärzte an sogenannte Suchzentren, die meist großen Transplantationskliniken oder Spenderdateien angegliedert sind, um eine Spendersuche einzuleiten. Diese suchen in den internationalen Datenbanken nach geeigneten Spendern.

Bei Markus Körsgen nahm Dr. Nasse Blut ab und schickte es in ein Spezial-Labor. Für Markus Körsgen war klar, dass er keine Knochenmarkspende (es wird unter Vollnarkose ein Liter Knochenmark-Blutgemisch aus dem Beckenkamm entnommen) leisten würde, sondern sich für eine "periphere Blutstammzelle-Spende" entscheiden würde. Körsgen wurde in einer Kölner Spezialklinik ein Hormon gespritzt, welches bewirkt, dass Stammzellen aus dem Knochenmark wachsen und ins Blut übergehen. Dort wurde dann mittels Stammzellapherese das Knochenmark herausgefiltert. "Das war so wie bei einer Blutspende", erzählt der Mettmanner.

"Als Nebenwirkungen traten grippeähnliche Symptome auf, die durch das verabreichte Medikament schnell wieder verschwanden", sagt Körsgen.

Vier Monate nach der Knochenmarkspende erhielt Körsgen einen Brief von der DKMS. Der Spenderin ging es besser und sie bedankte sich auf diesem Wege für die Knochenmarkspende. Den Namen der Patienten kennt Körsgen nicht, aber er weiß, dass es sich um eine ältere Dame in Belgien handelt. "Ich würde das immer wieder tun", sagt Körsgen.

Dr. Thomas Nasse appelliert in diesem Zusammenhang an die Mitbürger, sich auch typisieren zu lassen. "Das ist ein Kinderspiel. Man kann die Utensilien per Internet anfordern", sagt er.

Nur ein Drittel der Patienten, die eine Stammzellspende benötigen, findet innerhalb der Familie einen geeigneten Spender, der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender. Nasse. "Für viele Patienten, darunter auch Kinder, besteht die einzige Chance auf Heilung in der Übertragung gesunder Stammzellen ihres genetischen Zwillings".

(RP)