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Mettmann: Sorgen um die Oberstadt

Mettmann : Sorgen um die Oberstadt

Der Vorsitzende von Me-Impulse, Peter Ratajczak, fordert ein Handlungskonzept für die Altstadt. Die Geschäfte in der Innenstadt werden seiner Meinung nach vom Einkaufszentrum partizipieren. Er übt Kritik an den Genehmigungen der Stadt für Verkaufsstände.

Der Mettmanner Bauverein hat am Freitag den Ersten Spatenstich für den Wohn- und Geschäftskomplex am Königshof gesetzt. Phoenix development will ebenfalls in Kürze mit den Umbauarbeiten für die Kö-Galerie beginnen. Welche Auswirkungen haben diese Bauvorhaben für den Mettmanner Einzelhandel. Wir unterhielten uns mit Peter Ratajczak (60), dem Vorsitzenden von Mettmann-Impulse.

RP Kommen Kö-Galerie und Kö-Karree (beziehungsweise Königshof, wie der MBV sein Wohn- und Geschäftszentrum nennt) nicht ein paar Jahre zu spät?

Ratajczak Klares Ja. Wir hätten nie gedacht, daß sich die Schließung von Hertie so negativ auf die Kundenfrequenz hier auswirken würde. Mettmann fehlt ein Magnet. Jetzt ist es Fünf vor Zwölf !

Werden die vorhandenen Geschäfte in der Innenstadt vom neuen Einkaufszentrum partizipieren?

Ratajczak Bestimmt! Alle Geschäfte in der Innenstadt werden von der Attraktivität eines neuen Zentrums partizipieren. Sorgen macht mir aber die Oberstadt. Da ist jetzt die Politik gefordert und muss die Versprechungen zu mehr Leben in dem Stadtteil umsetzen. Ein Blotschenmarkt reicht da nicht.

Die Zahl der Leerstände ist leider stabil. Besonders in der Poststraße und in der Bismarckstraße gibt es Geschäftsräume, die leer stehen. Liegt es an den zu hohen Mieten oder an der fehlenden Nachfrage?

Ratajczak Aktuell ist die Nachfrage überschaubar. Eventuell an Mettmann interessierte Kollegen wollen erst einmal den Fortgang aller Maßnahmen abwarten, um sich dann für ein neues Ladenlokal und Standort zu entscheiden. Außerdem sind die Banken bei Geschäftsneugründungen auch nicht mehr so großzügig.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung und Me-Impulse?

Ratajczak Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ist grundsätzlich gut. Hier bekommen wir viel Hilfe und Unterstützung bei unseren Anliegen. Das ist von Amt zu Amt aber unterschiedlich. So genehmigt zum Beispiel das Bauordnungsamt am gleichen Tag des Weinsommers im Juli einen Riesentrödel auf dem Jubi von einem auswärtigen Veranstalter, der dafür bekannt ist, hauptsächlich mit Neuwaren, Ess-und Trinkständen sein Geschäft zu machen. Wo sollen wir an dem Wochenende für das Alles die Parkplätze hernehmen? Trödel und Kunstmeile gehen sowieso nicht zusammen. Ganz davon abgesehen, dass der Weinsommer schon genug Essen und Trinken bietet. Ähnlich am Karnevalssamstag: Hier genehmigt die Stadt fünf Bierstände auf dem Jubi. Ein Verein ist jetzt schon abgesprungen. Vieles bleibt uns unverständlich!

Der Einzelhandel klagt über mangelnde Umsätze in Mettmann. Jetzt ist Mettmann ein einzige Baustelle. Das bedeutet: Vermutlich kommen noch weniger Kunden in die Innenstadt. Sind die vier geplanten verkaufsoffenen Sonntage eine "Beruhigungspille" oder eine Art Trotzreaktion?

Ratajczak Keine Trotzreaktion. Wir wollen den Mettmannern zeigen und beweisen, dass es vor Ort noch gute Fachgeschäfte zum Einkaufen gibt. Und Sonntag ist der Tag, an dem die ganze Familie gerne einkauft.

In diesem Jahr soll es wieder eine Autoschau geben. Wird sich das Konzept ändern, machen die Firmen mit?

Ratajczak Wir planen zu unseren verkaufsoffenen Sonntagen immer Rahmenveranstaltungen. So sind das 2012 die Autoschau im Mai, der Weinsommer im Juli, ein Herbstmarkt im Oktober und der Blotschenmarkt im Advent, Zu allen Veranstaltungen sind wir noch in den Vorplanungen. Im März gibt es eine Tagesklausur unseres Vorstandes, wo wir unsere Köpfe "rauchen" lassen wollen, damit was Gutes für Mettmann herauskommt. Wir haben noch prima Ideen!

Christoph Zacharias stellte die Fragen

(RP/jre)