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Handball: Das Glück des Tüchtigen

Handball : Das Glück des Tüchtigen

Der TB Wülfrath gewinnt gegen den bisherigen Tabellennachbarn SV Neukirchen knapp mit 27:26. Der Handball-Verbandsligist holt durch den Sieg über den mitbedrohten Gegner zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Mit dem knappen 27:26-Sieg über den bisherigen Tabellennachbarn holten die Wülfrather Verbandsliga-Handballer wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Entsprechend zufrieden war TBW-Trainer Jan Kassens nach der hartumkämpften Partie: "Die Neukirchener haben sich als der erwartet starke Gegner präsentiert. Wir mussten schon voll dagegen halten. Am Ende hatten wir sogar auch etwas Glück — doch das verdient sich in der Regel nur der Tüchtige."

Entscheidender Schiedsrichter-Pfiff

Jan Kassens spielte auf die letzte Entscheidung der Unparteiischen Heisterkamp und Hussag an. Sekunden vor dem Schlusspfiff wagte Stephan Liekenbrock ein Kempa-Anspiel in den Wurfkreis der Wülfrather, Jan Roschig nahm den Ball im Sprung an und verwandelte zum vermeintlichen 27:27.

Doch die Schiedsrichter erkannten den Ausgleichstreffer nicht an, weil der Neukirchener schon im Kreis gestanden haben soll. "Der Pfiff war völlig berechtigt", betonte Jan Kassens. "Wir hätten heute wirklich mehr verdient gehabt", ärgerte sich TV-Spielertrainer Björn Baar nach dem Schlusspfiff, der auf seinen Rückraumspieler Dirk Pruschinski wegen Rückenbeschwerden verzichten musste. "Einzig den Wülfrather Kreisläufer haben wir über die gesamte Spielzeit nicht in den Griff bekommen. Ansonsten kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat 60 Minuten lang vorbildlich gekämpft und tolle Moral bewiesen."

Während der gesamten Spielzeit hatten zumeist die TBW-Handballer die Nase vorn. Vor allem, als Jan Kassens die Deckung ab der zehnten Minute auf eine defensivere 6:0-Formation umgestellt hatte, um die Kreuzbewegungen der Gäste zu unterbinden, die mit diesem einfachen Mittel immer wieder die Abwehrmitte aufrissen. Diese Maßnahme sollte dann auch der Schlüssel zum Erfolg werden. Zur Pause führten die Wülfrather mit 15:13.

Nach dem Wiederanpfiff änderte sich das Bild zunächst nicht. Die Neukirchener glichen zum 18:18 und 21:21 aus, doch bei der Wülfrather 25:22-Führung in der 57. Minute schien die Partie gelaufen. Eine berechtigte Zeitstrafe und direkt anschließend ein dummer Wechselfehler brachten die Gäste noch einmal ins Spiel zurück, die in 6:4-Überzahl den Anschluss herstellten. Nachdem der TBW wieder komplett war, erzielte der herausragende Marvin Wettemann das 27:25. Im Gegenzug gelang den Neukirchenern das 26:27 und der letzte Angriff der Wülfrather blieb ohne Erfolg. Dann folgte die Schlüsselszene und die Entscheidung zugunsten der TBW-Handballer.

Übrigens, die Neukirchener waren nicht nur wegen der unglücklichen Niederlage "stinkig": In der Wülfrather Fliethehalle waren die Duschen ausgefallen und sie mussten verschwitzt den Heimweg antreten.

(ff)