An(-Ge)dacht: Gott zeigt uns, was Liebe ist.

An(-Ge)dacht : Gott zeigt uns, was Liebe ist.

Weihnachten – ganz schön verrückt! Aus Liebe machen wir schon mal was Verrücktes! – Was tut man nicht alles aus Liebe?! Ein Ehepaar pflegt jahrelang ein Elternteil, verzichtet auf Urlaube, opfert Freizeit, setzt die eigene Gesundheit aufs Spiel. Die Liebe treibt die beiden dazu.

Weihnachten — ganz schön verrückt! Aus Liebe machen wir schon mal was Verrücktes! — Was tut man nicht alles aus Liebe?! Ein Ehepaar pflegt jahrelang ein Elternteil, verzichtet auf Urlaube, opfert Freizeit, setzt die eigene Gesundheit aufs Spiel. Die Liebe treibt die beiden dazu.

Ein Mann gibt seine Arbeit auf, kümmert sich um das gemeinsame Kind und eröffnet seiner Frau die Möglichkeit, in ihrem Beruf tätig zu sein. Ein Ehepartner verzichtet auf einen zermürbenden Rosenkrieg, obwohl der andere Partner ihn verlassen hat, und schafft einen gerechten Versorgungsausgleich. Verrückt aus Liebe!

Beispiele dafür lassen sich genug finden. Wie auch immer — es gilt: Wer verrückt ist, ist nicht dort, wo er vermutet wird, wo man eigentlich mit ihm oder ihr rechnet.

Weihnachten erinnert die Christenheit an einen Verrückten, eben an einen, der nicht dort ist, wo die Menschheit ihn gemeinhin verortet. Gegen das Weltfremde und Menschenfeindliche (Schiller): "Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen", erinnert und singt der christliche Glaube: "Gott will im Dunkeln wohnen und hat es doch erhellt". Im Dunkel unserer Ängste, unserer finsteren Gedanken und Traurigkeiten will Gott wohnen. Nirgendwo anders! Gott ist verrückt, in unser Leben gerückt. - Also: Gott will uns so nahe sein, dass er unser Leben mit uns teilt. Er zeigt uns, was Liebe ist. Eine Liebe, die etwas aufgibt, einen sicheren Ort aufgibt, um dem Geliebten nahe zu sein. Das feiert die Christenheit mit dem Weihnachtsfest, daran erinnert sie alle Welt: Gott, ganz schön verrückt, verrückt aus Liebe!

Pfarrer Klaus Schilling, Ev. Kirchengemeinde Mettmann

(RP)
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