Mettmann/Erkrath: Zu wenig Personal für Straßensanierung

Mettmann/Erkrath : Zu wenig Personal für Straßensanierung

Im Winter drohen neue Frost- und Schneeschäden. Dabei haben die Städte noch viel zu tun mit Asphalt-Altlasten.

Die Mettmanner Fraktionen im Rat haben deutliche Kritik an den geringeren Ausgaben für die Erneuerung der Straßen und Wege geübt. Vom Haushaltsansatz von 470 000 Euro wurden 300 000 Euro in diesem Jahr nicht beansprucht. Der Grund sind nicht die guten Straßen in der Kreisstadt, sondern, so Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec, es fehlt an Personal, um die Arbeiten zu planen und auszuschreiben. Ein Techniker, der dafür hauptverantwortlich war, hat bei der Stadtverwaltung gekündigt. Die Stelle soll bis zum Frühjahr wieder besetzt werden.

Für die Sanierung des Düsselrings konnte deshalb bislang kein Planungsauftrag erstellt werden. Der Gruitener Weg — jetzt eine Stadtstraße — soll erst dann saniert werden, wenn der Bergisch-Rheinische-Wasserverband den neuen Kanal verlegt hat. In der Vergangenheit hat der städtische Bauhof immer wieder Schäden im Straßenbelag geflickt. An der Beethovenstraße ist das nicht mehr nötig. Der Kreis hat die Straße übernommen und neu asphaltiert.

Doch es gibt zahlreiche Seitenstraßen in der Kreisstadt, die einen neuen Belag benötigen. Ob die Stadt den Feldweg in der Gemarkung Diepensiepen saniert, steht noch nicht fest. Die Anwohner hatten angeboten, sich an den Kosten zu beteiligen. Eine Entscheidung fällt im nächsten Jahr.

Erkrath steht hingegen gut da: Alle Winterschäden sind behoben. "Wir haben in den vergangenen Jahren an zehn bis zwölf Stellen großflächig saniert und somit keine Altlasten mehr zu bewältigen", sagt Tiefbauamtsleiter Heinz-Peter Heffungs. Viele Straßen — auch mit Winterschäden — sind im Zusammenhang mit Kanalsanierungen bereits instand gesetzt worden. Die Alte Kölner Straße ist beispielsweise jetzt fertig geworden. Die Schubertstraße wird im nächsten Jahr fertig. Größtes Projekt ist die Max-Planck-Straße, die nach langem Ringen der Anwohner und Gerichtsverfahren nun endlich mit lärmoptimierendem Asphalt belegt wird. Nach ersten Kostenschätzungen rechnet die Stadt mit 250 000 Euro, die fürs nächste Jahr im Haushalt stehen. Die Maßnahme soll noch 2014 abgeschlossen werden.

In Wülfrath ist die Personalsituation im Tiefbauamt ebenso angespannt. Die Neugestaltung der Goethe- und der Parkstraße, der neue Anger-Markt, die Mitarbeiter hatten jede Menge zu tun (Die RP berichtete). Die Folge: Dringend notwendigen Sanierungsarbeiten auf und an den Straßen, die bereits in diesem Jahr terminiert waren, mussten aufgeschoben werden. Nun aber wird die Stadt die längst fälligen Sanierungen in Angriff nehmen. Wenn das Wetter es zulässt, sollen ab Januar die Löcher und Risse auf den dringendsten Straßen gestopft werden. 215 000 Euro werden in die Verbesserung der Straßen gesteckt. Schlaglöcher werden geflickt, Bodenwellen ausgebessert, kaputter Asphalt wird ausgewechselt. Gerade der vergangene harte Winter mit mehrmals und dann auch jeder Menge Schnee und Temperaturunterschieden hat zu großen Schäden an den Straßen geführt. Wird der Winter wieder so hart und wechseln Frost und höhere Temperaturen wieder konstant, rechnen die Städte im Kreis mit weiteren großen Straßenschäden. Und dann wird's teuer.

(RP)
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