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Kreis Mettmann: Ein Ex-Cowboy zurück in seiner Heimat

Kreis Mettmann : Ein Ex-Cowboy zurück in seiner Heimat

RP-Serie zur Bundestagswahl: Michael Remmert ist Kandidat der Grünen im Wahlkreis 105. Mehr als 20 Jahre lebte der Journalist in den USA, bevor er wieder nach Deutschland kam. Der 53-Jährige setzt sich für Natur- und Artenschutz ein.

Wenn Michael Remmert mit seinen zwei Pferden auf der Koppel in Ratingen-Hösel steht, scheint der 53-Jährige in sich zu ruhen. Er streichelt seine Tiere, freut sich auf den nächsten Ausritt, hat mit einer Hand tief in der Jeans vergraben — die Ruhe, die er nach stressigen Berufsjahren sich jetzt gönnt.

Inmitten von Wiesen und Bäumen fühlt er sich wohl, da liegt es nahe, sich auch politisch für Natur- und Artenschutz, für die Nachhaltigkeit von Ressourcen zu engagieren. Remmert stammt aus der Friedensbewegung der späten 1970er und 1980er Jahre, doch lange Jahre hat der in Ratingen Aufgewachsene fern der Heimat gelebt und gearbeitet.

Als Sohn der Kaufmannsfamilie Remmert studierte er Germanistik und Journalismus in Bonn, Düsseldorf und New York. Dem Einstieg bei "Bild" in Hamburg folgten sechs Jahre im Büro New York. Er schrieb für diverse Springer-Zeitungen.

Fall der Mauer, Wende, Einheit. Deutschland hatte sich verändert, als Remmert Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland zurückkehrte, kam er in ein anderes Land. "Ich hatte ja einiges verpasst und wollte das alles sehen", sagt er heute. Remmert gründete mit einem Kollegen in München eine TV-Produktionsgesellschaft, die deutsche Sender mit Nachrichten und Dokumentationen belieferte. Doch 1998 wurde es dem Ratinger wieder zu eng in Deutschland. Er ging nach Los Angeles und arbeitete dort zehn Jahre als Journalist und TV-Korrespondent. Doch nicht nur: Er machte viele Jobs in der Zeit, auch als Cowboy in Nevada arbeitete der langjährige Reiter. In diesen Jahren keimte auch wieder das "grüne" Gewissen des Deutschen. Er engagierte sich in Umweltgruppen, stritt für Greenpeace und die World Wildlife Foundation (WWF) und war Mitglied in Tierrettungsorganisationen. "Ich fand es neben meiner Arbeit wichtig, sich für unsere Umwelt zu engagieren", sagt Remmert. Den ökologischen Blick auf alle Lebensbereiche hat er dort geschärft.

2009 dann die endgültige Rückkehr nach Ratingen, nach Hösel. In sein Elternhaus. Dort wohnt er heute wieder, kümmert sich um seinen Wallach Shawnee und seine Stute Ronia. Mit seiner Kandidatur für die Grünen will Remmert an sein altes Engagement anknüpfen, will werben für sein Credo: "Ich unterstütze die von uns Grünen geforderten Umverteilungsmaßnahmen, um mehr soziale Gerechtigkeit zu generieren."

Die Reform der Einkommenssteuer, der Vermögenssteuer, der Erbschaftssteuer und die Einführung einer Finanztransaktionssteuer dienen als Gegenfinanzierung der dringend nötigen Mindestrente und des ebenfalls dringend nötigen Mindestlohnes", sagt Remmert.

Hösel sei alte und neue Heimat. Doch in seinem Innersten ist für Remmert noch nicht Endstation. "Ich gehe irgendwann nach Hamburg. Die Mentalität, die liegt mir", sagt der Fan des Hamburger SV.

(RP)