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Mettmann: Rauchverbot: Umsatz sinkt um 50 Prozent

Mettmann : Rauchverbot: Umsatz sinkt um 50 Prozent

Das Nichtraucherschutzgesetz hat vor allem Auswirkungen auf kleine Kneipen. Viele Wirte haben Angst vor dem Winter.

Das Nichtraucherschutzgesetz hat besonders bei kleinen Kneipen zu Umsatzeinbußen geführt. "Bei mir ist der Umsatz seit Mai um 40 bis 50 Prozent zurückgegangen", sagt Marc Markovic, der die Kneipe TibTab an der Mettmanner Schwarzbachstraße führt. Kollegen bestätigten diese Zahlen. Das Gesetz, das von der rot-grünen Landesregierung Ende 2012 beschlossen wurde, trat am 1. Mai in Kraft. Seitdem ist das Qualmen in Restaurants, Kneipen und Diskotheken generell verboten. Auch Raucherkneipen und Raucherclubs sind nicht mehr zulässig. Brauchtumsvereine, wie Schützen oder Karnevalisten, mussten sich ebenfalls auf die neue Situation einstellen. Rauchen ist nur noch vor dem Zelt oder Saal möglich.

Wirte haben zum Teil aus der Not eine Tugend gemacht: Eine Bank, die an der Kneipentüre aufgestellt wurde und in den Straßenraum ragt — wie im Mühlenstübchen in Mettmann — wurde kurzerhand als Raucherzone ausgewiesen. Oder Wirte haben Stehtische unter überdachten Vorbauten vor den Gaststätten aufgestellt und ermöglichen so Raucherzonen. Andere haben eine kleine Außengastronomie eröffnet, die das Rauchen im Freien ermöglicht. "Das Ganze funktioniert im Sommer und Herbst. Aber: Im Winter werden die Menschen nicht mehr draußen sitzen wollen", sagt Mladen Ivankovic, Wirt im Mettmanner Frankenheim. Was dann passiert, weiß er noch nicht. Vermutlich werden dann noch mehr Raucher zu Hause bleiben oder vor den Kneipen eine kurze Rauchpause einlegen. Die befürchten Anwohnerbeschwerden gegen das "vor der Türe stehen" hat es in Mettmann allerdings noch nicht gegeben.

"Die Entwicklung wird noch dramatischer, wenn die Herbst- und Wintermonate kommen", sagt Anasthasios Konialidis vom Mühlenstübchen. Seine Kollege Marc Markovic sieht das auch so. "Ich habe da einen Standortnachteil, weil tagsüber an dieser belebten Ecke kaum ein Gast draußen vor der Tür raucht. Ich kann dies nachvollziehen, weil nicht jeder gern gesehen werden möchte, wenn er tagsüber in einer Gaststätte verkehrt."

Was Mladen Ivankovic vom Frankenheim besonders ärgert, sind die 7000 Euro, die er zum Fenster herausgeworfen hat. Denn soviel kostete der Umbau seines Lokals vor zwei Jahren in einen Raucher- und abgetrennten Nichtraucherbereich. Alles umsonst, sagt er. Diese Teilung der Gaststätten in einen Nichtraucher- und Raucherbereich hat auch Nico Karagiannis vom "Türmchen" Umsatzeinbußen beschert. Mittlerweile habe sich die Situation in seiner Kneipe wieder positiv verändert. Warum allerdings die Stadt die Sperrstunde der Außengastronomie auf 22 Uhr vorverlegt hat, kann er nicht verstehen. Geraucht wird draußen, und wenn dann früher Schluss ist, hat das negative Auswirkungen auf den Umsatz, sagt er. Mikail Ulusoy, der das "Timeout" auf dem Markt übernommen hat, wird seine sieben Wasserpfeifen nur noch mit Früchten bestücken dürfen. Die Shishas, wie sie genannt werden, fallen unter das Nichtraucherschutzgesetz, wenn Tabak verbrannt wird.

(RP)