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Mettmann: Kooperation der Bauhöfe ist vom Tisch

Mettmann : Kooperation der Bauhöfe ist vom Tisch

Der Kreis Mettmann und die Stadt Wülfrath lehnen einen gemeinsamen Baubetriebshof mit Mettmann ab.

Der Plan, einen gemeinsamen Baubetriebshof des Kreises und der beiden Städte Wülfrath und Mettmann auf der "grünen Wiese" zu bauen, wird nicht weiter verfolgt. Nach Informationen unserer Zeitung hat Landrat Hendele kein Interesse, den Kreisbauhof vom Südring auf eine Fläche an der Osttangente umzusiedeln. Die Investitionskosten in Höhe von 4,7 Millionen Euro seien zu hoch. Laut Gutachten der kplan AG, die eine Kooperation der drei Baubetriebshöfe untersucht hat, sei eine Sanierung und Erweiterung des Kreisbauhofs am Südring möglich. Die Kosten werden von den Gutachtern auf 3,5 Millionen Euro beziffert, also preiswerter als bei einem Neubau. Hendele hat auch Bedenken, ob die anderen acht Kommunen des Kreises bei einem Neubau und einer Kooperation mit Mettmann und Wülfrath mitziehen würden. Die acht Städte hätten nämlich nur einen geringen bis gar keinen Vorteil von der Zusammenlegung.

Die hohen Kosten eines Neubaus auf der grünen Wiese schrecken auch die Wülfrather ab. "Wir prüfen, wie der jetzige Bauhof am aktuellen Standort doch noch erweitert werden könnte", hatte Wülfraths Erster Beigeordneter Rainer Ritsche bereits vor Wochen gesagt. Wülfrath hätte bei einer Kooperation mit Neubau 3,35 Millionen Euro auf den Tisch legen müssen. Die Wülfrather wollen den Synergieeffekt nutzen und Bauhof und Feuerwache zusammenlegen. Dann könnten die Feuerwehrgerätewarte, die außerhalb der Einsatzzeiten auf dem Bauhof arbeiten, schnell am Ort sein und retten und löschen. Auf diesen Einspareffekt zählt Wülfrath.

In den nächsten Wochen, so Mettmanns Stadtkämmerer Reinhold Salewski, soll das Thema Bauhof auf die Tagesordnung der Ausschüsse kommen. Fakt ist, dass der Mettmanner Baubetriebshof und der angrenzende Recyclinghof modernisiert und erweitert werden müssen. Es fehlten Hallen, es existierten Sicherheitsmängel, die Arbeitsstättenverordnungen würden nicht eingehalten und Provisorien seien Dauerlösungen, sagen die Gutachter. Hinzu komme, dass der Bauhof dezentral liege, schlecht zu erreichen und die Anlage unübersichtlich sei. Die Stadt Mettmann verfügt über ein geeignetes Grundstück an der Osttangente. Diese Fläche — rund 25 000 Quadratmeter groß — sollte ursprünglich für die Erweiterung des Friedhofs Lindenheide genutzt werden. "Sie wird aber nicht mehr benötigt", sagte Reinhold Salewski gestern.

Für die Stadt Mettmann würde die Rechnung mit einem Neubau auf der grünen Wiese aufgehen. Denn die Gutachter beziffern die Kosten für einen neuen Bauhof auf zehn Millionen Euro, eine Modernisierung des alten Betriebshofes würde 11,6 Millionen Euro kosten.

(RP)