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Erkrath: Die weiße Villa Bernsau soll stehen bleiben

Erkrath : Die weiße Villa Bernsau soll stehen bleiben

Der ehemalige Fabrikantensitz an der Neanderstraße wartet immer noch auf einen "Liebhaber".

Was wird aus der ehemaligen Fabrikanten-Villa auf dem Pose Marré-Gelände? Das interessiert derzeit viele Alt-Erkrather. Sie befürchten, dass das stark verfallene Kleinod aus der Blütezeit der Industrie eines Tages sang- und klanglos verschwinden wird. Auf der Facebook-Seite Offenes Forum Erkrath wird das Thema heiß diskutiert. Der zuständige Architekt Georg Krautwurst gibt Entwarnung: "Die Villa abzureißen, das haben wir nicht in unserem Fokus. Wir suchen nach wie vor einen Investor", sagt er. In der Tat gebe es viele Interessenten, die die Vorstellung hätten, das verfallene Gebäude kostengünstig erwerben und in Eigenarbeit sanieren zu können. "Das ist leider nicht so", sagt Krautwurst. Das Haus stehe nach wie vor unter Denkmalschutz und müsse darüber hinaus gründlich vom Schwamm befreit werden. Krautwurst: "Alle Holzteile müssen raus und ersetzt werden. Unmöglich ist das nicht. Das ist sogar eine spannende Aufgabe. Aber eben auch nicht billig."

Am liebsten würde die Neue Mitte Erkrath GmbH, die die Immobilien auf dem Pose-Marré-Gelände vermarktet, einen Liebhaber für die Villa finden, der sein Büro und seine Wohnung dort einrichtet. "Wir sind weiter auf der Suche und nach allen Seiten offen – sowohl in Richtung Verkauf als auch in Richtung Vermietung", sagt Krautwurst.

Auch der Verein "Erkrath blüht", der sich zuletzt 2002 um den Fortbestand des Hauses bemüht hatte, setzt weiterhin auf dessen Erhalt, versichert Vorsitzende Inge Berkenbusch. "Die weiße Villa gehört ins Stadtbild", sagt sie. Das auch unter dem Namen "Villa Bernsau" bekannte Gebäude wurde von dem Fabrikanten Friedrich Julius Bernsau erbaut. Dieser hatte nach den Recherchen von "Erkrath blüht" 1868 auf dem heutigen Pose-Marré-Gelände eine Papierfabrik errichtet. "Es war im 19. Jahrhundert üblich, dass die Villa der Fabrikanten auf dem Produktionsgelände lag", heißt es. Die Villa an der Neanderstraße sei nach dem Vorbild der Fabrik und des Herrenhauses Cromfort in Ratingen errichtet worden.

(RP)