Mettmann: Dem Täter auf der Spur

Mettmann : Dem Täter auf der Spur

Manfred Schürkämper arbeitet seit 43 Jahren beim Ermittlungsdienst der Kreis-Polizeibehörde Mettmann. Sein Tagesgeschäft ist die Spurensicherung bei Einbrüchen.

Der Deckel der Geldkassette, die immer noch Karten und Schmuck beherbergt, ist wellenförmig aufgebogen. Sie stammt aus einem Einbruch in Mettmann, gefunden wurde sie auf einem Spielplatz in Düsseldorf. Das Corpus Delicti könnte die Spur zum Täter tragen. Das Werkzeug, ein 15er Schraubendreher, hat im Lack seine individuellen Einkerbungen hinterlassen. "Die Merkmale kann man zweifelsfrei zuordnen", sagt Manfred Schürkämper zufrieden. Gleich wird er die Werkzeugspur mit Silikonpaste abformen und dann zum KK 43 des Polizeipräsidiums in Düsseldorf schicken, wo die Spuren ausgewertet werden.

Fingerabdrücke und DNA-Spuren

Seit 43 Jahren arbeitet der gelernte Fotograf im Ermittlungsdienst der Polizeibehörde Mettmann. Die Spurensicherung bei Einbrüchen ist sein Tagesgeschäft. Zweck seiner Tätigkeit ist, den Spurenleger zu ermitteln und den Modus Operandi des Täters festzustellen. "Wir setzen meist beim Einstieg an", berichtet der 61-Jährige. "Wenn wir da Spuren finden, hat der Täter auch welche im Innern des Gebäudes hinterlassen." Fingerabdrücke und DNA-Spuren sucht er dort, wo der Täter gearbeitet hat, wo Schränke und Behältnisse offen stehen.

Unentbehrliche Hilfsmittel sind Lupe und Taschenlampe, um zu entscheiden, ob die Papillarlinien für eine Auswertung reichen, eine Auswahl an Kontrastierungsmitteln, wie Ruß- oder Magnetpulver, mit denen der Abdruck sichtbar gemacht wird, sowie sehr feine Pinsel aus Marabu-Federn oder Glasfasern (Zephyr) oder der Magnetstab. Welchen Schürkämper davon einsetzt, hängt von der Oberfläche und Lage des Spurenträgers ab. Mit einer Kunststofffolie nimmt er dann die sichtbar gemachte Spur auf und klebt sie auf eine Tatortspurenkarte. "Das ist unser Dokument, das dann zum Abgleich mit der Datenbank eingeschickt wird." Gleichzeitig dient sie vor Gericht als Nachweis für die Anwesenheit des Täters am Tatort.

Vorne rechts im Spurensicherungskoffer steckt griffbereit eine Digital-Kamera, mit der Schürkämper am Tatort Übersichtsfotos macht und die einzelnen Spurenfundorte dokumentiert. Fußspuren müssen planparallel und mit Hilfe einer Maßangabe fotografiert werden, damit sie eins zu eins an den Täterschuh angepasst werden können. Mit Gelatine-Folie in schwarz und weiß kann der Ermittler je nach der Farbe der hinterlassenen Anhaftung (Dreck oder Kalk) eine Fußspur sichern.

Mundschutz und Handschuhe sind Pflicht, wenn es gilt, DNA-Spuren (Hautzellen, Haare, Blut) aufzunehmen. "Einbrecher tragen heutzutage zwar meist Handschuhe, aber ihre Gewohnheiten, wie das beiläufige Reiben der Nase oder das sorgfältige Auspusten des Bohrlochs, legen sie nicht ab", sagt Schürkämper. Der 61-Jährige liebt seinen Beruf. "Denn kein Tatort gleicht dem anderen."

Nach 43 Jahren im Ermittlungsdienst ertappt er sich aber manchmal dabei, wie sehr die Spurensuche sein Denken und Handeln durchdringt. "Wenn ich in Holland am Strand entlanggehe, freue ich mich immer an diesen perfekt abgeformten Fußabdrücken." So wie er sie am Tatort selten antrifft.

(RP)
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